Studie

Schweizer kaufen qualitativ hochwertigeres Fleisch als Deutsche

Die Schweizer Konsumenten greifen tendenziell eher zu qualitativ hochwertigem Fleisch als Verbraucher in Deutschland und geben insgesamt mehr Geld für ihren Fleischkonsum aus

Nach Angaben des Schweizer Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) hat eine Marktanalyse ergeben, dass die Bürger der Eidgenossenschaft mit 52,1 kg pro Kopf im Jahr 2018 zwar gut 13 % weniger Fleisch als ihre Nachbarn in der Bundesrepublik verzehrt haben; dennoch waren ihre Ausgaben doppelt so hoch. Das liegt laut BLW auch an den Preisen, die in der Schweiz um ein Drittel bis 50 % höher ausfallen als in der Bundesrepublik. Die geringste Differenz war noch bei Puten- und Truthahnbrust festzustellen, was das BLW damit begründet, dass die beiden Produkte einen hohen Absatzanteil von preisgünstigen Importprodukten im Schweizer Einzelhandel haben. Auffällig sei zudem, dass die relative Preisdifferenz bei weniger edlen Frischeprodukten wie Ragout oder Hackfleisch deutlich geringer ausfalle als bei Edelstücken wie Filet, Steak oder Schnitzel.

Unterschiedliche Konsumgewohnheiten

Neben den Kosten spielen offenbar die Konsumgewohnheiten für das Ungleichgewicht der Ausgaben eine wesentliche Rolle. So greifen die Schweizer laut Erhebung am häufigsten zu Rinderhack, auf das ein Anteil von 24,8 % am durchschnittlichen Einkaufswarenkorb mit Frischeprodukten entfällt; dahinter folgen Schweineschnitzel mit 19,9 %, Putenbrust mit 14,0 % und Rindersteak mit 13,2 %. Bei den Deutschen sehen die Analysten das Schweineschnitzel mit 17,9 % vorn, gefolgt von gemischtem Hackfleisch mit 17,7 %, Putenbrust mit 17,1 % und mit einigem Abstand erst Rinderhack mit 8,1 %.

Der Griff der Schweizer zu „edleren Produkten“ lässt laut Bundesamt darauf schließen, dass die spezifischen Konsumbedürfnisse die Ausgaben für Fleischprodukte im internationalen Vergleich zusätzlich erhöhen. Bei Warenkorbvergleichen insbesondere auf internationaler Ebene müsse darum das Einkaufsverhalten der Haushalte als Indikator zukünftig stärker berücksichtigt werden. Bei der Analyse wurden ausschließlich Frischfleisch-Produkte ohne Bio-Siegel berücksichtigt.

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Artikel geschrieben von

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Diskussionen zum Artikel

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von Karlheinz Gruber

Dachte immer

weil die NGOs und Politik es so suggerieren und so gegen die konv. sind, daß wir doch nur Schund produzieren. Anscheinend doch nicht, oder wurden die Schweizer von den NGOs noch nicht erreicht? Oder was eher der Wahrheit entspricht. Wir haben die höchsten Standards und werden immer nur schlecht gemacht

von Jörg Meyer

Information ist alle

Ein großer Schweizer Schlachtkonzern Bellfood strukturiert zum Teil um und baut die eine oder andere Bioschiene zurück aufgrund von welchen Marktmechanismen?

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