Statistik

Teils massive Einkommenseinbußen für Englands Farmer

Die englischen Bauern müssen drastische Einkommenseinbußen hinnehmen. Allein die Getreideerzeuger haben mehr verdient.

Mit Ausnahme der Getreideerzeuger haben die englischen Farmer im Ende Februar zu Ende gegangenen Buchführungsjahr 2018/19 teils drastische Einkommenseinbußen verkraften müssen. Das geht aus der Vorschätzung des nationalen Statistikamtes von Ende Februar zurück.

Demnach rechnen die Fachleute bei den Getreideerzeugern mit einem durchschnittlichen Einkommensplus von 13 % auf umgerechnet 85.103 Euro. Hauptantreiber seien hier die besseren Getreidepreise gewesen, die allerdings teilweise durch höhere Produktionskosten ausgeglichen worden seien. Den heftigsten Einkommensdämpfer machten die Statistiker bei den Schweineerzeugern aus. Für diese rechnen sie für 2018/19 mit einem mittleren Einkommen von gerade mal noch 1.166 Euro; das wäre ein Minus von 96 % gegenüber dem Vorjahr.

Deutliche Einbußen prognostizieren die Fachleute auch für die englischen Geflügelerzeuger, und zwar im Schnitt um 45 % auf 61.787 Euro. Bei den Milcherzeugern schätzen die Statistiker das mittlere Einkommen auf 108.419 Euro; das wären 22 % weniger als im Jahr zuvor. Mit einem dagegen vergleichsweise geringen Minus rechnen die Fachleute für die Ackerbau- und die Gemischtbetriebe, für die ein Rückgang des durchschnittlichen Einkommens um 8 % auf 99.093 Euro beziehungsweise 10 % auf 44.300 Euro ausgewiesen wird.

Futterkosten deutlich gestiegen

Den Londoner Fachleuten zufolge war das Wetter ein entscheidender Einflussfaktor für die Einkommen aller Betriebsformen im Buchführungsjahr 2018/19. Ungünstige Witterungsverhältnisse hätten die Erträge verringert, was zu steigenden Preisen für zahlreiche Feldfrüchte geführt habe. In der Folge seien die Futtermittelkosten deutlich gestiegen. Aufgrund des langen kalten Frühjahres und der Dürre im Sommer hätten viele Viehhalter Futter zukaufen müssen.

Für den wirtschaftspolitischen Berater des britischen Bauernverbandes (NFU), Dr. Andrew Francis, zeigt die Einkommensvorschätzung, wie stark die Landwirtschaft vom Wetter und dem Markt abhängt, und unterstreicht zugleich die Notwendigkeit, mit diesen Herausforderungen fertig zu werden. Francis bekräftigte in dem Zusammenhang die Forderung des NFU nach einem geregelten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Ein No-Deal-Brexit hätte „katastrophale“ Folgen für den Agrar- und Lebensmittelsektor, stellte der NFU-Fachmann klar. Sollte die Londoner Regierung die Einfuhrzölle für Lebensmittel einseitig senken, würden in der Folge Produkte in das Land gelangen, die möglicherweise zu niedrigeren Standards erzeugt worden seien.

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