Tierschutzverstöße?

Tierrechtler zeigen Schlachthof und Milchbauern an

Die Tierrechtler von SOKO Tierschutz haben Strafanzeige gegen 20 Milchbauern gestellt, die ihre alten Kühe zum Schlachthof Maretzki in Düdenbüttel gebracht haben. Videos zeigten die "ausgebrannten Tiere". Bauern, die alte Kühe zum Schlachten bringen, gehören nach deren Lesart zu einem "kriminellen Netzwerk" von Tätern, die aus "Downer-Kühen" Profit schlagen.

Der Tierrechtsverein SOKO Tierschutz hat Strafanzeige gegen den Schlachthof Maretzki in Düdenbüttel bei Stade, 20 Landwirte aus der Region und das Veterinäramt Stade erstattet.

Der Schlachthof soll laut den Aktivisten „systematisch kranke, schwer verletzte Tiere und unter rechtswidrigen Umständen bereits tot angelieferte Tiere“ geschlachtet haben. Milchkühe seien mit Seilwinden in die Tiertransporter gezogen worden. Der Verein hatte dies mit versteckt angebrachten Kameras angeblich dokumentiert.

SOKO Tierschutz wirft der Amtsleitung des Veterinäramtes Versagen vor, weil die amtlichen Tierärzte systematisch weggeschaut hätten, heißt es. Besonders ärgert die Tierrechtler, dass das Amt den Schlachthof nicht stillgelegt habe. Gegen 20 Landwirte liegt Strafanzeige vor, weil die Videoaufnahmen dokumentierten, wie Milchbauern ihre „alten, kranken Milchkühe grausam und illegal entsorgen“, schreibt der Verein weiter.

SOKO Tierschutz spricht von einem „kriminellen Netzwerk von hunderten Bauern, Viehhändlern und Tierärzten, die den illegalen und hoch profitablen Handel mit sogenannten Downer-Kühen betreiben und unterstützen“. In der Pressemitteilung bezeichnet der Verein die Lieferanten allesamt als „Täter“. Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast wird zum Rücktritt aufgefordert. Ihr sei es nicht gelungen, die „kriminellen Netzwerke in der Milchindustrie“ zu zerschlagen, wie es heißt. Der Ministerin fehle als „Massentierhalterin von Milchkühen“ der nötige Abstand, um gegen ihre eigene Branche vorzugehen.

DBV distanziert sich von tierschutzwidrigen Praktiken

Hierzu sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied: „Tierwohl und Tierschutz ist für den Deutschen Bauernverband und die Bauernfamilien ein unverzichtbarer Bestandteil nachhaltigen Wirtschaftens. Deshalb distanzieren wir uns klar von tierschutzwidrigen Praktiken, unabhängig davon, ob sie von einzelnen landwirtschaftlichen Betrieben, von Transporteuren oder Schlachthöfen ausgehen. Die gezeigten, offensichtlich rechtswidrigen Missstände beim Verladen, Transport und vor dem Schlachten sind in keiner Weise zu akzeptieren.“

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Hans Nagl

Neue Technik !

Neue Technik macht's möglich, wer von uns weis den noch ob in seinen Stall nicht auch eine Kamera hängt. Gestern erst Amazon mit Alexa.

von Ottmar Ilchmann

Lohnt sich die Schlachtung?

@Kurt Brauchle: Für den Landwirt natürlich nicht, wohl aber für Viehhändler und Schlachthofbetreiber. Auch deshalb sollten wir als Bauern so etwas auf keinen Fall mitmachen!

von Kurt Brauchle

Was soll die Schlachtung bringen?

Was bekommt man für solche Tiere? 50 , 100 € oder eine Rechnung vom Schlachthof und Besuch vom Vet. Amt? Ist das hoch profitabel? Selbst Tiere die sich verletzt haben und eigentlich einen Top Schlachtkörper am Haken hätten lohnen den Aufwand nicht. Und genau deshalb steigen die Stückzahlen bei den TBA`s. Früher gab`s die Freibank als Verwertungsmöglichkeit, heute erstickt man an weniger.

von Kirsten Wosnitza

Warum

Lassen wir Bauern zu, dass solche Bilder entstehen können, die unserer eigenen Werte Haltung widersprechen?

von Ferdinand Schäfer

Zu viel Freizeit!

Diese "Tierrechtler" haben meiner Meinung nach zu viel Freizeit. Hätten die eine 70 Stundenwoche wie bei mir es häufig der Fall ist, dann kämen die nicht auf so bescheuerte Gedanken und wären am Abend nach der Arbeit müde. Aber so ist das halt in einer Wohlstandsgesellschaft.

von Josef Doll

Bei uns

musste eine Kuh totgespritzt werden weil sie sich beim bespringen ander Tiere verletzt hatte . Eine Kuh die sich beim Kalben Muskelzerungen zugezogen hat und deshalb nicht aufstehen kann muß meist wie sagt es der Tierartz von ihren Leiden erlöst werden. Ich halte diesen Beitrag deshalb als Fake ´news------------- oder bei Großen geht mehr als bei mir !!!! Ein Schlachtier das nicht alleine aus dem Wagen läuft muß / wird von dem Tierarzt höchstens Notgetötet etwas anders kann ich nicht glauben !!!! Deshalb muss das Video auf Manipulation überprüft werden und bei Positiven Anhaltspunkten zur Anzeige gebracht werden!!!!!!!!! Es wird Zeit das falsche Verdächtigungen (wenn --"Sie" -- sich auch nur annähernd die Blöse geben ) entlarvt werden und auch Konsequenzen haben müssen !!!

von Andreas Christ

Verbandsklagegesetz

und durch das Verbandsklagegesetz ist es möglich das alles ohne finanziellen aufwand zu machen.

von Willy Toft

Denunzieren als neue Sportdisziplin!

Es ist schon erstaunlich, welche Blüten die Tierschützer nacheifern! Wir haben soviel ehrenamtlichen Bedarf in der Gesellschaft, z. Bsp. bei der Altenpflege, Feuerwehr ectr. Warum haben wir wohl so viele Defizite in unserer Gesellschaft?

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