Schleswig-Holstein

Tierschutzbeirat fordert Entfernung alten Stacheldrahts aus der Landschaft

Bauern sollten alte Stacheldrahtzäune abbauen und alte Drähte aus der Landschaft entfernen, rät der Tierschutzbeirat des schleswig-holstinischen Landwirtschaftsministeriums.

Alte Weidezäune und Stacheldrähte, die keine Funktion mehr erfüllen, weil sie durch neue Anlagen ersetzt und nicht abgebaut wurden oder weil eine Fläche schlichtweg nicht mehr beweidet wird, finden sich flächendeckend in der Landschaft in Schleswig-Holstein. Gerade jetzt, zum Ende des Winters, ist der gefährliche Drahtschrott an vielen Ecken in Feld und Flur sichtbar, schreibt das Kieler Agrarministerium.

Gerade alte Zäune stellten eine große Gefahr, zum Beispiel für Wildtiere dar. Als Tiefflieger verfangen sich besonders Eulen und Weihen mit ihren empfindlichen Flügeln darin, und verenden oft qualvoll. Auch Hirschartige verletzen sich immer wieder lebensgefährlich in diesen Zäunen.

Der Tierschutzbeirat des Landes Schleswig-Holsteins ruft deshalb alle Landeigentümer auf, alte und nicht mehr funktionstüchtige Stacheldraht- oder Zaunreste jetzt aus der Landschaft zu entfernen und so zu verhindern, dass Menschen oder Tiere zu Schaden kommen.

Elektrifizierter Stacheldraht verboten

Zu Beginn der neuen Weidesaison appelliert der Tierschutzbeirat in diesem Zusammenhang an alle Landwirte und Hobbytierhalter, bei der Haltung ihrer Tiere auf Stacheldraht zu verzichten. Vor allem der Einsatz von elektrifiziertem Stacheldraht, mit dem in Schleswig-Holstein immer noch viele Rinderherden eingezäunt sind, sollte unterbleiben.

Elektrifizierter Stacheldraht ist gemäß den Normen DIN EN 60335-2-76 und VDE 0131 schon seit Jahren nicht mehr zulässig und tierschutzwidrig. Elektrozäune aus glattem Draht sind eine tiergerechte Alternative. Sie bieten bei fachgerechter Installation eine sehr gute Hütesicherheit bei mindestens ebenso guter Haltbarkeit.

Auch Tierhalter, die ihre Weideflächen mit Elektrolitzen oder Elektronetzen einfrieden, möchte der Beirat daran erinnern, dass es ihre Pflicht ist, diese Zäune ordnungsgemäß zu warten und bei Nicht-Gebrauch wieder abzubauen. Wildtiere, insbesondere Geweihträger können sich in den Zäunen verfangen und finden dort den Tod durch Ersticken oder Verhungern.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Hans-Heinrich Wemken

Schizophrenie der Umweltpolitiker

Vorweg erstmal, natürlich habe ich alle Stacheldrahtzäune säuberlich abgebaut wo sie nicht mehr gebraucht werden. Glatte Elektrozäune bieten keine sichere Einzäunung vor allem im Herbst wenn die Tiere ein langes Haarkleid haben. Haare wirken sehr isolierend gegen elektrische Spannung. Deshalb sind solche Zäune auch wenig wirksam gegen Wölfe. Wie verrückt ist es aber, wenn Umweltpolitiker Wölfe damit rechtfertigen, dass der Rot- und Schwarzwildbestand zu hoch sei und den Wald schädigen. Zur gleichen Zeit machten sie das Rehwild zum Wild des Jahres, weil es durch Landwirtschaft bedrängt werde. Die Weidehaltung wird aufgefordert mehr Schutz gegen Wölfe durch Zäune zu gewährleisten, wissend dass dadurch die nötige Bewegungsfreiheit des Wildes und ihre Zugänglichkeit zu Schutzräumen in der Natur verhindert werden.

von Anton Braun

Zukunft

In allerspätestens 20 Jahre ist das reiten auf Pferden bestimmt schon lange verboten.

von Andreas Demann

Jetzt mal ganz ehrlich. Geht denn in der Landwirtschaft nix ohne Motzen und Maulen? Wo ist das Problem einen Zaun den ich zwecks Nutzung aufgebaut habe nach ende der Nutzung wieder abzubauen. Vielleicht hilft die frische Luft auch dabei mal wieder auf andere Gedanken zu kommen.

von Christian Bothe

Zäune

Und was ist mit den "tollen" Windmühlen,welche die viel diskutierten Insekten schreddern und auch Greifvögel???

von Egge Mansholt

Hier weis die linke Gehirnhälfte nicht, was die rechte tut. Zäune abbauen, Zäune aufbauen (Wolf)

von Gerd Uken

Wenn man das jetzt weiter denkt

Die ganzen Wildschutzzäune entlang der Autobahnen verschwinden wieder!

von Gerd Uken

Was mir dazu einfällt

Das darf ich gar nicht hier schreiben- auf der einen Seite 1,20 er Zäune um den Wolf fern zu halten....... und dann so ein Beitat

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