Entscheidung

Tönnies lässt Amt nach Rassismus-Vorwurf ruhen

Der Ehrenrat des FC Schalke 04 hält den Rassismus-Vorwurf gegen Clemens Tönnies für unbegründet. Gegen die Satzung des Vereins habe er aber dennoch verstoßen. Seine Ämter lässt er vorerst ruhen.

Clemens Tönnies vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 ist trotz seiner diskriminierenden Äußerungen am vergangenen Donnerstag um einen Vereinsausschluss herumgekommen. Der Ehrenrat beschloss am Dienstag nach einer mehrstündigen Sitzung, dass der „erhobene Vorwurf des Rassismus“ gegen Tönnies „unbegründet“ sei, heißt es auf der Homepage des Clubs. Da er aber dennoch gegen die Satzung des Vereins verstoßen hat, muss der Aufsichtsratschef sein Amt für drei Monate ruhen lassen.

Tönnies hatte letzte Woche beim "Tag des Handwerks" in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren", hatte Tönnies gesagt

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Clemens Tönnies hat sich für eine Äußerung über den angeblichen Zusammenhang von Energieversorgung, Klimawandel und Überbevölkerung in Afrika entschuldigt.

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Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Wortwahl!

Über die mag man sich vielleicht streiten können. Aber wo er recht hat, hat er recht. Vielleicht deshalb der Aufschrei, weil eine Realität angesprochen hatte?

von Georg Nordendorf

Ob man die Äußerung von Clemens Tönnies als rassistisch einstufen muß, darüber kann man sicher streiten.Geschmacklos, dumm und herabwürdigend war sie dennoch. Das er jetzt seine Strafe quasi selbst bestimmt, setzt dem ganzen die Narrenkappe auf. Dürfen wir Landwirte bei der nächsten CC-Kontrolle dann sicher auch......Aber, und das Ärgert mich um ein vielfaches mehr: Nach einer "unüberlegten" Aüßerung von Tönnies läuft die halbe Nation sturm, fordert diverse Konsequenzen bis hin zum Rücktritt. Wieviele Aktivisten, Tier- und Umweltschützer, Tier- und Umweltschutzverbände, ja selbst angesagte Politiker, vorwiegend aus dem Lager der Grünen, haben sich in herabwürdigender Weise über uns Landwirte geäußert? Viele dieser Äußerungen waren nicht weniger rassistisch als jene eines Herrn Tönnies. Im Rahmen der Braunkohleproteste wurde das massenhafte Betreten von bestellten Äckern von eben jenen Aktivisten als hinzunehmende Bagatelle abgetan. Ich frage mich, wo blieb da der Aufschrei der Bevölkerung? Konsequenzen? Fehlanzeige! Rücktritte von Verbandsvertretern? Nichts... Geschweige denn, das Aktivisten selbst Verantwortung übernahmen. Liebe Mitbürger, ihr seit an Scheinheilgkeit nicht mehr zu überbieten.

von Wilhelm Grimm

Wer ist im Eifer einer Rede nicht schon einmal über das Ziel hinausgeschossen ?

Herr Tönnies ist kein Rassist. Diese ganzen Pharisäer, die den Mund so voll nehmen, sollten in armen Ländern Hilfe leisten, denn deren Bevölkerung hat grössere Sorgen, als unsere Aufgeregtheit. Wir alle sind zu gösseren Hilfsleistungen in armen Regionen aufgerufen, auch Sportler, die hier durch Leistung zu Wohlstand gekommen sind, können sich daran beteiligen. Ausserdem wäre es dringend erforderlich, das unsere Regierung die eigene Landwirtschaft massiv in deren Bemühungen hin zu fortschrittlichen Produktionsmethoden unterstützen und mit diesem Wissen auch den Hungernen in armen Ländern helfen würde. Dieses tun wir nicht in ausreichender Weise. Das ist für mich rassistischer als es unbedachte Worte sein können.

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