Potsdam-Mittelmark

Tumult vor Metzgerei wegen günstigem Fleisch aus Notschlachtung

Einmal in der Woche öffnet in Beelitz der Schlachtbetrieb König und verkauft Rindfleisch aus Notschlachtungen zu Preisen zwischen 2,50 und 13 Euro je Kilo. Dieses Mal eskalierte die Stimmung der rund 100 Kunden bei Ladenöffnung.

Welche Folgen sein Angebot von Rindfleisch für 2,50 pro Kilo aus Notschlachtung haben wird, konnte Metzger Robert König aus Beelitz (Potsdam-Mittelmark) am Donnerstagmorgen noch nicht ahnen. Schon vor Ladenöffnung drängelten sich etwa 100 Menschen vor dem Schaufenster des Schlachtbetriebs König. Dabei ging eine Scheibe zu Bruch, berichtet der RBB.

König habe einzelne Kunden dann nicht davon abhalten können, in den Laden zu stürmen. Er habe daraufhin die Polizei verständigt, weil er die Lage nicht mehr selbst unter Kontrolle bringen konnte, zitiert der Sender. Erst die Beamten konnten dann einen geordneten Verkauf der Ware koordinieren, indem immer nur eine begrenze Anzahl an Kunden das Geschäft betreten durfte. Zwei Stunden dauerte der Einsatz.

Hintergrund ist, dass der Beelitzer Schlachtbetrieb König Fleischwaren aus Notschlachtungen verkauft - ohne Zwischenhändler, weswegen sehr günstige Preise möglich sind. Das Ladengeschäft hat nur einmal pro Woche, Donnerstagvormittags, geöffnet. Verkauft werden laut König binnen weniger Stunden zwischen 500 Kilogramm und fünf Tonnen Fleisch. Ein Kilogramm Rindfleisch kostet ihm zufolge zwischen 2,50 Euro und 13 Euro. Warum diesmal die Lage eskaliert sei, könne er sich nicht erklären. Zu den Kunden zählen vor allem Restaurantbesitzer und Großfamilien.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Matthias Bückner

Restaurantbesitzer und Großfamilien... Klingt in meinen Ohren nicht nach den "Menschen, die schon länger hier leben"! Da müssen wohl auch die Regeln des Schlangestehens "täglich neu ausgehandelt werden"? Naja, solange die meisten Wähler sowas gut finden, wird´s wohl in Ordnung sein...

von Andreas Thiel

Tierwohl...

Stand wohl hier an oberster Stelle...

von Rudolf Rößle

Wie

sehen die Verkaufszahlen der neuen sibirischen Handelskette aus. Wird wohl nicht groß rausposaunt.

von Willy Toft

Geiz ist Geil, und wenn es fast Umsonst ist, greift man zu!

In der BSE- Krise haben wir ein Stück Rindfleisch fertig zubereitet im Brötchen verschenkt, wir wollten mit dem Verbraucher ins Gespräch kommen, hatten 3 Std. eingeplant, und nach 60 Minuten war ein ganzes Rind aufgegessen! Seitdem sagen mit Meinungsumfragen gar nichts, der Mensch will nur billig über die Runden kommen. Siehe der Tumult in der Fleischerei oben!

von Christian Bothe

Wie früher...

Wie zu DDR - Zeiten bei uns.Aber wir waren disziplinierter und man konnte beim Schlachthof Freibankfleisch aus Notschlachtungen bestellen. Auch gingen wir zum Fleischer, weil es den M e t z g e r nicht gab.

von Jörg Meyer

Bitte hierzu Meinung von Herrn Prof. Spiller einholen

dieses Verhaltensphänomen deckt sich nicht mit den Studien von Herrn Prof. Spiller. Ich würd mir wünschen wenn dieser Vorfall einmal von Herrn Prof.. Spiller analysiert würde! Besonders würde mich interessieren welche Thesen es zum Einkauf von Billigfleisch für Gastronomie gibt.....Mc. Donalds kauf da ja nicht ein wer dann?

von Hermann-Josef Schaller

ist doch verständlich

....wißt ihr eigentlich wieviel die neuen Handys kosten ? Das Geld muß an anderer Stelle eingespart werden. Alles klar ?

von Karlheinz Gruber

Und wieder hat sich gezeigt

wie viel die Umfragewerte zum Einkaufsverhalten und zur Bereitschaft auch mehr für Lebensmittel auszugeben Wert sind. Evtl. sollte man mal Ramschware unterster Qualität aus dem Ausland auch zu Ramschpreisen verkaufen, und nach dem Verzehr aufklären. Ich kann verstehen, daß es bei Großfamilien knapp ist, aber bei Restaurantbesitzern.... Wenn ich die Preise anschaue dann wurden seit der D Mark zeit die Preise in Euro verdreifacht. Und bei mir halbiert

von Karlheinz Gruber

Gerade eingefallen

Als der BSE Wahnsinn voll da war, und so gut wie kein Absatz von Rindfleisch mehr möglich war, weil es ja Gesundheitsgefährdend hätte sein können, wurde bei uns in der Stadthalle eine Veranstaltung der Metzger, Schlachtereien, BBV usw. aufgezogen. Es gab pro Person 1 kg Rindfleisch umsonst und auch der Rinderbraten war so gut wie frei. Die Halle mußte wegen Überfüllung vorzeitig geschlossen werden. Ist auch nochmal ein Beitrag, daß die Umfragen bei den Verbrauchen nicht die Luft wert sind, die man für diese Aussage braucht. Und jeder der was anderes Behauptet lebt in einer Scheinwelt

von Karlheinz Gruber

Und wieder hat sich gezeigt

wie viel die Umfragewerte zum Einkaufsverhalten und zur Bereitschaft auch mehr für Lebensmittel auszugeben Wert sind. Evtl. sollte man mal Ramschware unterster Qualität aus dem Ausland auch zu Ramschpreisen verkaufen, und nach dem Verzehr aufklären. Ich kann verstehen, daß es bei Großfamilien knapp ist, aber bei Restaurantbesitzern.... Wenn ich die Preise anschaue dann wurden seit der D Mark zeit die Preise in Euro verdreifacht. Und bei mir halbiert

von Jürgen U. Elke Dippel GbR

Warum es dort eskaliert?? Weil's billig ist,die Leute wollen billiges Fleisch. Denen ist die Haltungsform egal.

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