EU-Kommission/Personalsuche

Wanted: Frauen für Brüsseler Top-Jobs gesucht

Noch EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger gründet Politik- und Wirtschafts-Consulting in Hamburg. Von der Leyen sucht derweil 27 Nachfolger für die neue Kommission.

Das Personal-Karrussell in Brüssel nimmt in der Sommerpause Fahrt auf. Während der über zehn Jahre in Schlüsselpositionen Energie, Digitalwirtschaft und Haushalt fungierende Günther Oettinger in Hamburg soeben eine Politik- und Wirtschaftsberatungsgesellschaft gegründet hat, ist die neue Kommissionschefin Ursula von der Leyen als Headhunter in den EU-Hauptstädten unterwegs.

Wer wird der nächste EU-Agrarkommissar? Bekommt Phil Hogan seinen neuen Traumjob als EU-Handelskommissar? Will London doch noch einen Kandidaten für Brüssel benennen? Bekommt ein osteuropäischer Staat das Agrarressort zugeteilt oder spekuliert Macron für die französischen Bauern auf den Posten in Brüssel ?

Für die neue Chefin im Berlaymont in der Nachfolge von Jean-Claude Juncker zum 1. November geht es beim Kandidaten-Karussell vor der Festlegung von Ressortzuschnitten, aber zuallererst um die Köpfe, genauer gesagt um das Geschlecht.

Von der Leyen will EU-Kommission gleichrangig mit Frauen und Männern besetzen

„Ich will eine Kommission, die zu jeweils fünfzig Prozent aus Frauen und Männern zusammengesetzt ist“. Mit diesem Credo ist die neue Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angetreten, ihr neues Team für die kommenden fünf Jahren zusammenzustellen. Sie erwartet daher von den Mitgliedstaaten jeweils zwei Personalvorschläge, „einen Mann, eine Frau“.

Diesen hehren Wünschen der CDU-Politikerin hat bisher kein einziger EU-Staat Folge geleistet. Bis auf die fünf Länder Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien und Portugal haben alle anderen Mitgliedsländer – vom Vereinigten Königreich mal abgesehen – bereits die meisten EU-Staats- und Regierungschefs ihre Vorschläge der neuen Chefin in die EU-Hauptstadt übermittelt.

In den EU-Hauptstädten scheint die Genderfrage hingegen zweitrangig zu sein. So legte sich als erster der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki quer. Beim Sondierungsbesuch in Warschau erhielt von der Leyen letzte Woche eine Abfuhr. Auf die aktuelle polnische Industrie-Kommissarin Elzbieta Bienkowska soll der Kanzleichef des Staatspräsidenten, Krzysztof Szczerski folgen.

Bis Wochenbeginn waren erst sechs Frauen und zwölf Männer nominiert

Bis Ende August will von der Leyen ihre Equipe zusammenstellen. Ob es tatsächlich mit einer Parität der Geschlechter klappt, ist ziemlich offen. Die Messlatte wird sein, dass die erste Kommissionspräsidentin deutlich mehr als 9 Frauen wie unter der Auslauf-Kommission Juncker aufbietet.

Wenn von der Leyen ihr gestecktes Ziel einer paritätischen Besetzung nicht erreicht im ersten Anlauf, könnte das EU-Parlament in den für die erste Oktoberwoche angesetzten Anhörungen aller Kommissars-Anwärter den einen oder anderen männlichen Bewerber noch durchfallen lassen. Also Frau von der Leyen darf weiter auf mehr weibliche Kolleginnen auf der Top-Etage im Kommissionsgebäude Berlaymont hoffen.

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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