Förderung

Wolf: Sachsen-Anhalt übernimmt Herdenschutz und Schadensausgleich zu 100 %

"Mit dem heutigen Tag übernimmt das Land die Kosten für die Anschaffung der Herdenschutzmaßnahmen zu 100 Prozent", sagte Sachsen-Anhalts Agrarministerin. Sie ist sich sicher, dass jetzt eine friedliche Koexistenz von Wolf und Weidetieren gesichert ist.

Ab sofort gilt die neue Richtlinie Herdenschutz und Schadensausgleich in Sachsen-Anhalt. Das Land unterstützt Tierhalterinnen und Tierhalter dabei, ihre Herde vor Übergriffen durch den Wolf oder den Luchs zu schützen. Der Erwerb von mobilen Elektrozäunen und Zubehör sowie die Anschaffung von zertifizierten Herdenschutzhunden wird zu 100 Prozent gefördert. Das heißt, alle Kosten der Anschaffung werden übernommen. Bisher waren es lediglich 80 Prozent.

Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert erklärte dazu: „Präventiver Herdenschutz ist die beste Maßnahme, mit der Weidetierhalter ihre Herde vor Übergriffen durch den Wolf schützen können. Wolfssichere Zäune werden in der Regel nicht überwunden und nicht untergraben. Mit dem heutigen Tag übernimmt das Land die Kosten für die Anschaffung der Herdenschutzmaßnahmen zu 100 Prozent. Ich bin sicher, dass damit ein weiterer Schritt für eine friedliche Koexistenz von Wolf und Weidetieren in unserer Kulturlandschaft gemacht ist. Denn klar ist: Die Weidetierhaltung leistet einen enorm wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und unserer Offenlandlebensräume.“

Weiterhin werden Tierverluste ausgeglichen. Das Land zahlt einen Schadensausgleich nach Rissvorfällen ebenfalls in Höhe von 100 Prozent immer dann, wenn ein Grundschutz vorhanden war und der Wolf nachgewiesen oder zumindest nicht auszuschließen ist. Hier kann auch ein Schaden an Herdenschutz- und Hütehunden und eine tierärztliche Behandlung einschließlich der Kosten für Medikamente geltend gemacht werden. Auch außerlandwirtschaftliche Tierhalterinnen und Tierhalter können ab jetzt die Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch nehmen. Unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel in Gebieten mit wiederholten Wolfsübergriffen, können auch Rinder- und Pferdehalter Zuwendungen für präventive Herdenschutzmaßnahmen beantragen.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Kirsten Wosnitza

Übernahme Kosten des Herdenschutz zu 100%

Würde heißen auch die zusätzlichen Arbeitslosen für den Zaunbau zu übernehmen. Im Hinblick auf EU Recht ist dies möglich.

von Stefan Lehr

Intelligenz

Das hohe Mass der Intelligenz der Woelfe wird dabei leider ausser Acht gelassen. Die gesamte Wolfsdiskussion kommt immer wieder zu dem Schluss, dass alle Schaeden aus der Steuerkasse finanziert werden. Damit sollen Betroffene ruhig gestellt werden und die Ideologen umschmeichelt. Vergessen wird in allen Diskussionen, dass sich unsere Gesellschaft UND unsere Kulturlandschaft in den vergangenen 150 - 200 Jahren grundlegend geaendert haben. Der Wolf in Deutschland wird mit seinen Verwandten in weitlaeufigen Gebieten Skandinaviens und Osteuropas verglichen. Dabei vergisst man immer mit darzustellen, dass z. B. in Rumaenien und auch weiten Teilen Polens weniger Menschen in den Waeldern herumtollen als bei uns. Auch wird dort nicht lange gefackelt mit einem angriffslustigen Wolf. Ich denke, eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht und gezielte Entnahmen einzelner Tiere in Kombination mit teilgefoerderten Praeventionsmassnahmen waeren der bessere Weg in eine gemeinsame Zukunft mit dem Wolf. Es gibt kein "scharz" und "weiss", sondern eine vielzahl an Grautoenen.

von Gerhard Steffek

Friedliche Koexistenz von Wolf und Weidetieren -

was hat die denn geraucht? Oder hat sie sich da den Zeichentrickfilm "Jagdfieber" letzthin reingezogen. Da gab es ja auch eine friedliche Koexistenz zwischen Bär und den anderen Tieren. Die einzigen Bösewichter sind da die Jäger. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher das diesen "Schmarrn", den die Dalbert da von sich gegeben hat, von Allzuvielen geglaubt wird. Hier kommt wieder zum Tragen: "Besserwisser entstehen in einem Umfeld von Unwissenden, oder dem höflichem Schweigen der Wissenden". Die "Wissenden" sollten eigentlich mal wieder lauter werden.

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