Milcherzeugerpreise durch EEX Future Kontrakte absichern? Worauf zu achten ist! Premium

Seit Jahren wird die Möglichkeit Milchauszahlungspreise über die Warenterminbörse abzusichern diskutiert; ein Thema das den praktischen Landwirt aber auch Molkereien, Politik und Verbände bewegt.

Seit Jahren wird die Möglichkeit Milchauszahlungspreise über die Warenterminbörse abzusichern diskutiert; ein Thema das den praktischen Landwirt aber auch Molkereien, Politik und Verbände bewegt. Gerade in Zeiten vergleichsweise hoher Milchpreise wird Landwirten geraten, dieses Preisniveau über Börsenkontrakte abzusichern. Doch für den größten Teil der Milcherzeuger scheint dies nicht in Frage zu kommen.  Ein wichtiger Faktor für die Zurückhaltung der Landwirte ist, dass sie ihren Milchpreis bisher nur über den Umweg des Verkaufes von Börsenkontrakten auf Magermilchpulver und Butter absichern konnten. Dies wird sich jedoch ab dem Sommer dieses Jahres ändern. Die EEX in Leipzig hat angekündigt ab dem 15. August einen Flüssigmilchkontrakt anzubieten.  Das Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte (IEM) der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft hat im Zusammenhang mit dieser wichtigen Neuerung analysiert, wie die Milchauszahlungspreise deutscher Molkereien durch Warentermingeschäfte effektiv abgesichert werden können und welche Faktoren dabei eine entscheidende Rolle spielen.  Die Studie wurde in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erstellt und durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Form von Datenlieferungen unterstützt. Als Datenbasis dienten die von deutschen Molkereien über einen Zeitraum von sechs Jahren (Jan. 2012 – Dez. 2017) monatlich ausgezahlten Preise für konventionelle Milch. Insgesamt wurden 220 Preiszeitreihen einzeln analysiert und die Ergebnisse je nach Standort des Molkereibetriebes regional zusammengefasst.   Die Studie Die wichtigste Voraussetzung für jede erfolgreiche Preisabsicherung über die Börse ist ein möglichst paralleler Verlauf des Börsenpreises und des Marktpreises des physischen Produktes – was in unserem Fall dem Milchpreis entspricht, den ein Landwirt von seiner Molkerei ausgezahlt bekommt. Je ungleicher sich diese Preise entwickeln, desto höher ist das sogenannte Basisrisiko (Abbildung 1).  Um aus den Börsenpreisen für Butter und Magermilchpulver einen entsprechenden Börsenwert für Rohmilch zu errechnen, wurden verschiedene  Formeln entwickelt, die entsprechend der durchschnittlichen Milchinhaltsstoffe auf einem Bedarf von ca. 105.000 kg Rohmilch für die Herstellung von ca. 5 t Butter und 10 t Magermilchpulver basieren (z.B. ife Kiel oder Top Agrar). Daraus wurde dann die vielzitierte und dennoch leider falsche Empfehlung entwickelt, mittels zweier Kontrakte Magermilchpulver und einem Kontrakt Butter eine Rohmilchmenge von eben 105.000 kg absichern zu können.  Diese Empfehlung stellt sich bei genauerem Hinsehen als ungeeignet dar und kann das finanzielle Risiko eines Betriebes sogar erheblich erhöhen. Durch die großen Abweichungen im Verlauf des so errechneten Börsenmilchpreises und den Milchpreisen der einzelnen Molkereien gleichen sich Zugewinne und Verluste an der Börse und aus dem Milchverkauf nicht oder nur mit großer Verzögerung aus. In der Folge müssen für die Bedienung der sogenannten Margin Calls so hohe Geldbeträge vorgehalten werden, dass der Absicherungsgedanke ad absurdum geführt wird. Abbildung 1: Verlauf Börsenrohstoffwert Milch, historischer Preisindex Flüssigmilch und durchschnittliche Milchauszahlungspreise in den Regionen in ct/kg (2012-17)     Trotzdem ist eine Absicherung des Milchpreises durch MMP und Butter möglich! Die Studie des IEM zeigt, dass eine Absicherung der Milchauszahlungspreise deutscher Molkereien über ein Sicherungsgeschäft mit ...

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