Schluss mit der rostigen Brühe! Premium

Eisenhaltiges Wasser ist auf vielen Betrieben mit eigenem Brunnen ein Problem: Die Tiere saufen weniger und die Leitungen verstopfen allmählich. Wasseraufbereitungsanlagen können Abhilfe bei „rostigem“ Wasser schaffen.

Braun angelaufene Tränkebecken, Wasserleitungen, aus denen es nur noch tropft oder Pumpen, die bloß traurige Rinnsale produzieren – kommt Ihnen das bekannt vor?

Der Grund hierfür dürfte stark eisenhaltiges Wasser sein, das vor allem dann auftritt, wenn der Hof über einen eigenen Brunnen versorgt wird. Doch nicht nur die Technik, auch die Kühe leiden unter den Eisenablagerungen: Sie quittieren solch eine übelschmeckende Brühe mit reduzierter Wasseraufnahme und folglich mit weniger Leistung.

Schleichende Verstopfung:

Abhilfe können Wasseraufbereitungsanlagen schaffen, die das Tränkewasser von Eisen und Mangan befreien, ehe diese Stoffe die Leitungen verstopfen.

Sie funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Nach der Förderung aus dem Brunnen wird das Wasser belüftet. Der zugesetzte Sauerstoff bewirkt, dass gelöstes Eisen und Mangan ausflocken und in eine feste Form übergehen. Dieser Prozess wird auch als Verockerung bezeichnet und findet sonst in den Wasserleitungen statt, wo er hartnäckige Verkrustungen verursacht. Stattdessen wird dieser Eisenschlamm von der Anlage in einem Filter zurückgehalten.

Durch die Aufbereitung kann der Eisen- und Mangan-Gehalt sogar auf Trinkwasserqualität reduziert werden. Die Grenzwerte dafür liegen laut Trinkwasserverordnung bei 0,2 mg Eisen/l und 0,05 mg Mangan/l.

Auf dem Markt für Aufbereitungsanlagen gibt es zwei verschiedene Lösungen: Die oberirdischen und die unterirdischen Anlagen.

Mit Druck durch den Filter.

Bei den oberirdischen Druckfilteranlagen befindet sich in einem geschlossenen, druckfesten Behälter ein Kiesfilter. Er wird zwischen der Brunnenförderpumpe und dem Boiler eingebaut. Den zur Eisenausfällung nötigen Sauerstoff bringt ein Belüftungsventil an der Förderpumpe ins Wasser (siehe Übersicht 1).

Durch die geschlossene Bauform entsteht im Behälter ein Überdruck von bis zu 6 bar, mit dem das Wasser durch den Filter gepresst und in den Boiler weitergeleitet wird. Es ist also nur eine Förderpumpe nötig, wodurch die Anlage relativ einfach aufgebaut ist.

Der Kiesfilter besteht meistens aus Quarzgestein und ist in mehrere Lagen geschichtet. Unten befindet sich ein Stützkies mit einer Körnung von etwa 3 bis 5 mm. Dann folgt der Filterkies mit 1 bis 3 mm Durchmesser. Je nach Rohwasserqualität können noch weitere feine Kiesschichten eingebaut werden. Bei hohen Eisengehalten empfehlen einige Hersteller allerdings einen etwas gröberen Kies, weil der Filter durch das höhere Porenvolumen mehr Eisenocker aufnehmen kann.

Nach etwa 8 bis 15 Jahren wird ein Wechsel des Kiesfilters fällig. Bei einer Anlage mit 4 m3/h Durchsatzleistung sind das etwa 500 kg Material.

Spülung muss sein:

Um den Filter vom Eisenschlamm zu befreien, muss er regelmäßig rückgespült werden. Hierbei werden etwa 2 bis 3 m3 Wasser aus dem Boiler von unten ...

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