Schwerpunkt-Thema - Herdenmanager – ein Traumjob? Premium

Viele junge Menschen träumen von einem Job als Herden­manager. Doch dort angekommen, halten nur wenige längere Zeit durch. Svenja Pein hat nach den Gründen gefragt.

Herdenmanager sind offenbar gefragte Leute. Denn in den landwirtschaftlichen Wochenzeitungen sind permanent Stellenangebote für Herdenmanager zu finden. Die Anzahl solcher Stellenangebote steigt langsam aber sicher, was daran liegt, dass es immer mehr „größere“ Betriebe gibt, die einen Herdenmanager suchen.

Fragt man Betriebsleiter, wie sie die Arbeitsorganisation nach ihrem nächsten Wachstumsschritt planen, lautet oft die Antwort: „Ein Herdenmanager soll das dann alles machen.“ Sie müssen sich jedoch oft eingestehen, dass die Planung mit ihrem Herdenmanager/ihrer Herdenmanagerin keinen langfristigen Bestand hatte. Denn diese wechseln nicht selten schon nach ein bis zwei Jahren den Betrieb.

Hohe Fluktuation:

Hermann Dorfmeyer, Berater des Personalvermittlers farmconnect, sieht in den schnellen Betriebswechseln kein allgemeines Problem der Milchviehhaltung: „Hohe Fluktuationen sind eher personen- oder betriebsabhängig zu betrachten. Sie sind in anderen Bereichen der Landwirtschaft genauso anzutreffen und ganz sicher auch in anderen Branchen wie beispielsweise in der Gastronomie oder im Handwerk.“

Ein Personalwechsel im Betrieb, ganz gleich auf welcher Ebene, kostet Zeit und Geld und bringt immer Unruhe mit sich. Denn die „Mannschaft“ muss sich neu finden und die Struktur angepasst werden.

Doch woran liegt es, wenn Herdenmanager schon nach kurzer Zeit wieder den Betrieb verlassen? In Gesprächen mit Insidern werden als häufigste „Abgangsursachen“ genannt:

  • Herdenmanager sind mit dem Job überfordert oder ungeeignet,
  • mangelhafter Führungsstil des Betriebsleiters,
  • zu geringe Wertschätzung des geleisteten Einsatzes,
  • ständiges Leisten von Überstunden, die nicht entgolten werden.

Das Hauptproblem liegt darin, dass viele Betriebsleiter Milch produzieren, aber mit den Leuten nichts zu tun haben wollen: „Ich bin schließlich kein Personaler“, lautet oft die Antwort, wenn Hermann Dorfmeyer mit seinen Kunden über Mitarbeiterführung diskutiert. „Doch, ein Betriebsleiter ist auch Personaler“, weiß er zu entgegnen. Personalleiter, die den Unternehmensführer komplett vom Personalmanagement entbinden, können sich nur große Unternehmen leisten, die es in der Landwirtschaft aber nicht gibt.

Selbst das Einstellen von ...

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