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Mitgeerntete Kadaver: Im Futter lauert große Gefahr Premium

Wenn Rinder durch Tierkadaver kontaminiertes Futter aufnehmen, kann dies gravierende Auswirkungen für ihre Gesundheit haben. Mehr dazu von Ing. Reinhard Resch, HBLFA Raumberg-Gumpenstein (Österreich), Referat Futterkonservierung und Futterbewertung. Außerdem ein Überblick über Wildretter: Diese Lösungen bietet der Markt

Je nach Temperatur und Verfügbarkeit von Sauerstoff wird ein toter Tierkörper durch verschiedene Organismen und körpereigene Enzyme nach einer gewissen Zeit zersetzt. In der Natur treten unterschiedliche Zersetzungsprozesse auf. Verwesung benötigt Sauerstoff, daher findet sie eher äußerlich statt. Die Fäulnis erfordert Luftabschluss und ist besonders bei größeren Tieren für die innerliche Zersetzung verantwortlich.

Botulinum besonders giftig

Der sporenbildende Erreger mit dem Namen Clostridium botulinum kann unter feuchten und anaeroben Bedingungen in Tierkadavern mit einem pH-Wert größer 4,5 rasch keimen und das Toxin Botulinum freisetzen. Dieses Toxin ist einer der stärksten bekannten Giftstoffe weltweit. Bisher wurden neun verschiedene Typen von Botulinumtoxinen gefunden. Drei Typen (B, C und D) davon sind für Rinder gesundheitsgefährdend. Mit Tierkadavern kontaminierte Futtermittel können Botulinumtoxin Typ C enthalten.

Frisst das Rind ein Futtermittel, welches einen Tierkadaver mit Botulinumtoxin Typ C enthält, treten nach der Resorption des Giftes bald deutlich schlaffe Lähmungen von Zunge und Unterkiefer, Schluckbeschwerden und starker Speichelfluss auf. Schließlich breiten sich die Lähmungen auf den ganzen Körper aus, die Körperschwäche nimmt rasch zu, bis der Tod eintritt.

Die Symptome sind anfänglich ähnlich dem Milchfieber. Oft tritt vor den genannten Symptomen ein plötzlicher Tod durch Atemstillstand oder anderen Komplikationen auf. Die Aufnahme von Botulinumtoxin Typ C endet generell tödlich, die Krankheit wird als Botulismus bezeichnet! Derartige Fälle treten in der Praxis selten auf, meist in Zusammenhang mit Gärfutter und Mischrationen (TMR, AGR), wo Rinder keine Möglichkeit zum selektiven Fressen haben.

Welche Maßnahmen schützen?

Botulismus kann auch von toten Nagetieren im Futter verursacht werden Daher ist der Wühl- und Feldmausbekämpfung entsprechende Aufmerksamkeit zu widmen. Wird ein Tierkadaver in einer Futterkonserve entdeckt, muss das umgebende Futter in Abhängigkeit der Kadavergröße in einem Radius von mindestens 50 cm z. B. auf Mist- oder Komposthaufen entsorgt werden.

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Wildretter: Diese Lösungen bietet der ...

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von Georg Summerer

Schnittzeitpunkt

Die effektivste Methode die Rehkitze zu retten ist den ersten Schnitt rechtzeitig durchzuführen, also VOR dem Setzen der Rehkitze. Das geht natürlich nicht überall und die Befürworter der Spätmahd hören das auch nicht gerne.

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