EU-US-Handel/Rindfleisch

Noch mehr US-Rindfleisch erzürnt EU-Fleischzüchter

Nach Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten kommt jetzt auch ein Rindfleisch Deal mit den USA zustande. Die USA erhalten 45.000 t Ausfuhrkontingent

Nach dem Mercosur Deal mit bis zu 99.000 Jahrestonnen Rindfleischlieferungen in die EU, sollen jetzt auch weitere 45.000 t US-Rindfleisch den Weg auf den EU-Markt finden. Dies ist das Ergebnis einer US-EU-Vereinbarung vom Wochenende.

US-Rindfleischproduzenten sollen künftig einen stärkeren Zugang zum EU-Verbrauchermarkt bekommen. Die EU-Kommission in Brüssel und US-Präsident Donald Trump werteten übereinstimmend die Übereinkunft in einer gemeinsamen Erklärung am Samstag „als großen Erfolg“

Rukwied: "Die Öffnung für US-Agrarimporte nicht zu rechtfertigen"

DBV-Bauernpräsident Joachim Rukwied kritisierte den Abschluss hingegen heftig: "Den europäischen Markt für den transatlantischen Import von landwirtschaftlichen Gütern zu öffnen, ist auch vor dem Hintergrund der Klimadiskussion nicht zu rechtfertigen."

Der Deutsche Bauernverband stößt sich daran, dass bereits das Handelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay ungleiche Anforderungen bei Umwelt- und Klimaschutz darstellt.

Der in den Mercosur-Staaten praktizierte Antibiotikaeinsatz und Pflanzenschutz sowie eine mangelhafte Absicherung des europäischen Marktes würde zu einer „dramatischen Wettbewerbsverzerrung führen“, so der DBV in einer Presseerklärung am Samstag. In der ablehnenden Haltung zum EU-US Deal sind sich der DBV und Tierschützer sowie Grüne einig.

Vier Pfoten: "Tierqual darf nicht gefördert werden"

Auch die globale Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" kritisierte das von US-Präsident Donald Trump angekündigte Handelsabkommen zwischen den USA und der EU. Die Abnahmegarantie von jährlich zehntausenden Tonnen hormonfreien Rindfleisches sei "ein Schritt in die völlig falsche Richtung". Dies widerspriche nicht nur den Klimaschutzzielen und schwäche die europäischen Bauern, sondern die EU unterstützte damit ein Tierqualprodukt, das die Würde von Tieren komplett missachte.

Denn Rinder in den USA würden meist in sogenannten Feedlots gemästet. Bei dieser Art von Mastbetrieb würden Rinder mittels hochkonzentriertem Kraftfutter innerhalb von drei bis vier Monaten auf ein Gewicht gemästet, für das die Tiere auf einer freien Weide etwa drei Jahre brauchen würden, führt die Tierschutzorganisation an. US-Rinder in dieser Haltungsform erhielten kein wiederkäuergerechtes Futter, sondern nur Maissilage und Kraftfutter. Veterinär-Eingriffe würden ohne Schmerzmittel und Narkotika durchgeführt.

Brüssel soll höhere Tierschutzstandards in der EU stärker fördern

Die Tierschutzorganisation forderte in einer Presseerklärung die EU dazu auf, keine Deals zu Tierqualprodukten mit den USA oder anderen Ländern einzugehen, sondern stattdessen Tierschutzstandards für Importprodukte einzuführen.

Außerdem solle die EU die EU-Bauern finanziell fördern, die höhere Tierschutzstandards erfüllen. „Deals wie dieser zeigen einen völlig falschen Ansatz der Politik, Tiere wie Ware zu behandeln. Tierqual darf nicht gefördert werden, weder innerhalb der EU, noch bei Importprodukten", erklärte Dr. Martina Stephany, Leiterin der Abteilung Nutztiere bei Vier Pfoten.

Maschinenbauindustrie über EU-US-Handelsabkommen hoch erfreut

Ganz anders kommentierte die deutsche Industrie das EU-US Abkommen am Wochenende. Der Verband der Maschinenbauindustrie (VDMA) sprach von einem guten Ergebnis für die deutsche Wirtschaft und die Autoindustrie, die damit nicht länger von US-Zöllen bedroht werde.

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Artikel geschrieben von

Thomas A. Friedrich

Korrespondent Brüssel/Straßburg

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Diskussionen zum Artikel

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von Steffen Hinrichs

zu Gerhard Niebler

Ich war 9 Jahre Delegierter im DBV ,habe aber selber erkennen müssen wie der DBV sich nicht mehr unabhängig für uns Bauern einsetzt ! Deshalb habe ich diesen Verband den Rücken gekehrt und bin wieder einem unabhängigen Verband beigetreten ,der sich für unsere Familienbetriebe einsetzt .

von Gerhard Niebler

zu Steffen Hinrichs

Dazu bräuchte es aber einen Unabhängigen Bauernverband(Unabhängig von Finanzierung, Partei und Posten) und nicht einen der vor lauter Fülle nicht mehr aus dem Mäuseloch kommt.

von Gerd Woertel

Unvorstellbar

Und bei uns werden demnächst die kleinen Kälber wieder getötet weil sie keiner mehr haben will

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Industrie und Wirtschaft

unsere Politik macht sich schon wieder Sorgen um die Industrie und Wirtschaft. Statt über 2% Wachstum soll in diesem Jahr nur noch 0,5 % erreicht werden. Das beunruhigt unsere Politiker und die Börsen. Damit wird allen klar was in unserem Land wichtig ist... - auf der anderen Seite wer spricht von den schlechten Zeiten in der Landwirtschaft?, den Kampf mit dem Wetter und dem Weltmarkt - niemand!!!. Landwirtschaft ist in unserer Gesellschaft in der untersten Schublade angekommen. Wir werden als Umweltverschmutzer oder gar als eine der Ursachen für den Klimawandel abgestempelt. Die Supermärkte und Mägen sind gut gefüllt. Somit wird nach der Devise gehandelt: "Arbeitsplätze und Steuereinnahmen im Tausch gegen die Landwirtschaft"

von Diedrich Stroman

Amerika first!!

Was labern unsere Politiker und Medien seit Trump Präsident der USA geworben ist, und keiner hält ihn auf, die Narrenfreiheit und Weltmacht USA bahnt sich rücksichtslos ihren Weg ohne Rücksicht auf Menschen und Tiere, oder gar um die Umwelt und unsere großen Kniefall und USA geprägten Politiker und Medien huldigen auch noch dieses erbärmliche, rücksichtslose Verhalten dieser Politik der Erpressung,und Repressiven Maßnahmen der Amerikaner, dieses Land kennt nur sich! Und die Europäer agieren wie Blindschleichen und mach mich nicht nass Verantwortliche!

von Wilhelm Eggert

Alles Super?

Die Tiere stammen sicher von kleinen Familienfarmen. Natürlich Hormon- und Gentechnikfrei. Als Gegenleistung bekommen sie unsere Maschinen und Autos aus Produktionsanlagen in den mehre tausend Menschen ohne Tageslicht ihre Arbeit verrichten. Satire?

von Torsten Kremershof

Mit Autos oder Industrie Gütern wäre das Undenkbar !

Warum gibt es kaum Autos oder Industrie Güter aus beispielweise Indien oder China auf dem deutschen Markt ? Indien und China bauen auch Autos, Traktoren, Elektro Artikel . Bekommen aber kaum einen Marktzugang hier . Da wird sich abgeschottet auf Teufel komm raus . Da heißt es dann : Erfüllen nicht die europäische Abgasnorm , Sicherheitsvorschriften , Schadstoffe, Plagiate etc PP. Dann werden noch Zölle auf US Autos gelegt die ein vielfaches über denen von deutschen Autos in den USA liegen . Dann begehen noch unsere überbezahlten Autobosse den größten Betrug aller Zeiten und wir Bauern zahlen jetzt die Zeche dafür . Wie die Kollegen hier auch schon schreiben : Wie sich das mit unseren astronomischen Auflagen für Lebensmitteln und dem Kampf gegen den Klimawandel vereinbaren soll , erschließt sich mir nicht .

von Hans Nagl

Kein Problem!!!

Wir bekommen dann Bullenprämie. mit neuen Anträgen und Kontrollen

von Wilhelm Grimm

Wir sind nichts wert in diesem Staat.

Unsere Produktionsauflgen werden immer höher und unsinniger und vernichten unsere internationale wettbewerbsfähigkeit, Lebensmittel werden aber importiert, die unsere staatlich erzwungenen Auflagen nicht erfüllen müssen. Das entzieht sich meiner Vorstellungskraft.

von Steffen Hinrichs

Die verantwortlichen Politiker sofort zur Rechenschaft ziehen !

Das kritisieren des DBV im nachhinein ist jetzt "NICHT" mehr genug, man hat gewußt was verhandelt wird und hätte aktiv werden müssen . Man tritt uns Bauer wieder mit Füßen und gibt der Industrie wieder den Vorrang !

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