BDM-Symposium

Prof. Dr. Jessel: Grünland verliert an biologischer Vielfalt Premium

Prof. Dr. Beate Jessel vom Bundesamt für Naturschutz sprach beim Symposium des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter unter anderem über die Bedeutung des Grünlandes.

Viel Zuspruch für ihr Grußwort bekam Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), auf dem Symposium des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) am Samstag am Rande der Grünen Woche in Berlin.

Zunächst verdeutlichte Prof. Dr. Jessel das gute Verhältnis zum BDM. Dieser sei immer ein sehr aufgeschlossener Partner für notwendige Veränderungen, mit dem sie auf sachlicher Ebene sehr konstruktiv diskutieren könne.

Um Umweltziele zu erreichen, habe die Landwirtschaft eine zentrale Bedeutung. Denn über 50 % der Fläche Deutschlands werden landwirtschaftlich genutzt, verdeutlichte die BfN-Präsidentin. Allerdings sei die Situation der biologischen Vielfalt gerade in der Agrarlandschaft alarmierend: Artenschwund, Insektenrückgang, Grünlandverlust, uniforme Landschaften und die Belastung von Gewässern und Grundwasser. „Und es ist leider nicht von der Hand zu weisen, dass die aktuell vielfach und in großem Umfang ...

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Artikel geschrieben von

Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Hubert Kammerer

Wenn die 50 % landwirtschaftlich genutzter Fläche

ein Problem der biologischen Vielfalt wie Artenschwund, Insektenrückgang, Grünlandverlust usw darstellt, wie ist es dann mit den anderen 50 % der Fläche bestellt? Alles in Ordnung? Warum sagt die Frau Professor dazu nichts?

von Gerhard Steffek

Oh Mann,

Wenn die Herren Amtschefs Angst haben das sich die Strukturen auflösen, könnte es dann sein das sie auch Angst davor haben das sich ihre Amtsstrukturen auflösen? Ohne Bauern braucht es ja dann auch keine Ämter mehr. Aber was soll's, wir haben doch eh einen Fackkraftmangel. Nur wohin mit diesen Fachkräften aus den Ämtern? Diese kann man doch als Fachkraft in aller Regel nicht gebrauchen.

von Bernd Croonenbroek

So ein Schwachsinn !!!

Gute Frau Dr.Prof. Sie können von Ihrem Schreibtisch aus mache was Sie wollen, aber von Landwirtschaft haben Sie keine Ahnung. In erster Linie ist das Grünland als Futtergrundlage der Tiere gedacht und nicht als Blumenwiese wo sich die Insekten wohl fühlen. Und die Flächenprämie ist als Ausgleich für die schlechten Preise auf den Weltmärkten gedacht und nicht für Umweltmaßnahmen. Wenn Sie mehr Schutz für Umweltmaßnahmen haben wollen, dann muss das Geld nicht aus Brüssel kommen, sondern von Ihrem Konto.

von Wilhelm Grimm

Da muß die Not des BDM schon sehr groß sein,

wenn sie sich ausgerechnet von Frau Dr. Jessel Beistand für die Zukunft erhoffen.

von Rudolf Rößle

Umschichtung

es geht nicht allein um die Umschichtung von Geldern in den Säulen. Es geht viel mehr um die Nichtbezahlung erbrachter Leistungen von Bauernfamilien. Das ist so, als würde man den Totengräber mit ins Grab werfen, dass er nicht bezahlt werden muss. Extensiv bedeutet Deckungsbeitragsverlust. Dieser muss ausgeglichen werden durch nationale Gelder wie Kulap, Fakt etc. Für extensiv erzeugte Nahrungsmittel gibt es keine Zuschläge.

von Wolfgang Daiber

Genau so ist es!

@Klaus Fiederling,DANKE! für ihre überaus deutlichen Worte,wir sind nicht die Sklaven einer nur noch "satten" Wohlstandsgesellschaft ,die sich eine Friede ,Freude ,Eierkuchen-Landwirtschaft wünscht, mit der man gar nicht mehr redet,sondern nur noch Forderungen stellt. Wir wissen um die Herausforderungen,die uns die Natur aufgibt,wir wissen auch ,daß diese wir Landwirte meistern werden,dazu braucht es aber DIALOG,der muss aber auf Augenhohe stattfinden und das ist im Moment nicht der Fall

von Klaus Fiederling

Auch Karl der Käfer & Co. wurden nicht gefragt...

Wer als konventioneller Ackerbauer erfolgreich an einem explizit seitens des BfN in Kooperation mit dem BMU aufgelegten Förderprogramm teilgenommen hat, das für agrarindustrielle Zwecke zum Schutz der Insektenvielfalt mit einem nahezu siebenstelligen Betrag „gesegnet“ wird über einen zeitlich limitierten mehrjährigen Zeitraum, muss bauernseits im Nachgang leider attestieren, dass sowohl der Bauer als auch die rühmlich angedachte Insektenvielfalt schlechthin rigoros ins Hintertreffen gerieten und somit einzig das Nachsehen hatten. Die Fördergelder verschwanden schlichtweg in welchen (dunklen?) Kanälen vornehmlich des fernerhin beteiligten Industriekomplexes!? // Mit eben diesen Erfahrungswerten ausgestattet, haben obige Einlassungen seitens einer Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz welche Überzeugungskraft? Ideen i.S. Umweltschutz/Insektenvielfalt allein, versehen mit einem ansehnlichen „Fördergeld-Kraftpaket“ aus dem Agrarhaushalt sind beileibe nicht ausreichend, wenn es hernach an einer Umsetzung in der Praxis an allen Ecken und Enden krankt, ein Fördergeldertransfer vornehmlich wiederum auf industrielle Konten erfolgt. // Man richtet geübt gerne und oft den sprichwörtlich anklagenden Zeigefinger auf das schwächste Glied des ganzheitlichen landwirtschaftlichen Systems, hier überaus beliebt gerade auf die konventionellen Bauern. Berechtigt? WARUM aber!? - Nicht einmal eine dahingehend kritisch hinterfragende Dialogbereitschaft signalisierte man, Frau Prof. Dr. Jessel. // Nun fürwahr, es ist wirklich äußerst schwierig, eine sinnvolle Ökologie mit einer unverzichtbar auch gelingenden Ökonomie auf unseren Höfen in Einklang zu bringen, wenn ein gegenwärtiger Status quo seitens des Umwelt- und Naturschutzes sich einzig und alleine auf eine medial verbale Mobilisierung unserer durchaus berechtigt kritisch aufmerksamen Gesellschaft gegen uns Bauern im Allgemeinen verschworen hat. - Nicht wenige Bauern sind Ihnen da allerdings schon einiges an Wegstrecken in der Praxis vorausgeeilt, werte Frau Prof. Dr. Jessel...; unbemerkt!?

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