Report Mainz

Tierschutz: Vorwürfe gegen Milchviehbetrieb im Allgäu

Die Tierrechtsorganisation "SOKO Tierschutz" erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Betrieb mit 1.800 Kühen in Bayern. Heute Abend berichtet das Erste.

Gegen einen Milchviehbetrieb im Allgäu mit 1.800 Kühen wurden seit Jahren immer wieder Tierschutzvorwürfe erhoben. Nun soll ein Video das wahre Ausmaß der Vorgänge zeigen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung und beruft sich auf ein Video, das der Verein SOKO Tierschutz von Ende Mai bis Ende Juni dieses Jahres auf dem Betrieb gedreht hat. Das Video liege neben der Süddeutschen Zeitung auch den ARD-Politikmagazinen „Report Mainz“ und „Fakt“ vor.

Es zeige unter anderem die Misshandlung einer Kuh, um sie zum Transport auf einen Anhänger zu bewegen. Außerdem zeige es kranke und abgemagerte Kühe im Strohstall, die nach Aussage der Süddeutschen Zeitung länger leiden als notwendig und später verenden oder mit dem Bolzenschuss getötet werden ohne auszubluten. Das Veterinäramt Unterallgäu habe den Milchviehbetrieb jährlich kontrolliert, in den vergangenen fünf Jahren zudem zehnmal unangekündigt. Das bayerische Verbraucherschutzministerium habe, nachdem es von den Vorwürfen gehört habe, die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und bei der Regierung von Schwaben einen Sonderbericht über den Betrieb angefordert.

Den vollständigen Bericht der Süddeutschen Zeitung finden Sie hier.

Heute Abend, 9.7.2019 um 21.45 Uhr, berichtet ARD im „Report Mainz“ über die Vorfälle.

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Artikel geschrieben von

Katharina Lütke Holz

Redakteurin Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Norbert Scheppach

"als Familienberieb geführt"

Der Chef sagt, sein Betrieb werde als Familienbetrieb geführt. Was will er damit sagen? Dass das besser ist als was? Immerhin sieht man im Video recht unprofessionellen Umgang mit den Tieren und eine Einstellung zum Thema Tierwohl, die an alte Zeiten erinnert, als Nutztiere einfach nur zu nutzende Tiere waren und nicht Lebenwesen mit Seele und Verstand. Es ist zugegebener Weise schwer, hier zu urteilen, weil die Tierhaltung einerseits eine professionelle Haltung leisten muss -mit bestens ausgebildeten Mitarbeitern und Tierärzten vor Ort - was für industrielle Verhältnisse spricht- andererseits aber gerade industrielle Landwirtschaft auch die Auswüchse im Extrem zeigt, die eben nicht mehr am Tierwohl interessiert ist, sondern nur noch am Profit. Dumm nur, dass Familienbetriebe mit den heutigen Anforderungen kaum noch fertig werden können. Dieser Landwirt hätte die Chance gehabt, diesen Spagat hinzubekommen - stattdessen landet er am Medienpranger (zu Recht, im Übrigen!)

von Karlheinz Gruber

Bei Ekosem

in Rußland sind die Bedingungen für Kritiker und andersdenkende noch etwas anderes. Ob sich da überhaupt ein Missstand aufdecken lassen würde ohne dabei selber Gefahr zu laufen, nie wieder einen Artikel schreiben zu können... Ekosem ist dort außen vor. Genau so wie die Feedlots. Mißstände gibt es nur bei uns. Sonst nirgendwo. Auch Tierwohl usw. Wir werden uns leider daran gewöhnen müssen, das wir nur noch zur Show Landwirtschaft betreiben.... Aber eines muß klar sei. Mißstände wird es leider immer wieder geben, solange auch bei uns keine Fairtrade Landwirtschaft in Deutschland herrscht....

von Reiner Matthes

https://www.ekosem-agrar.de/geschaeftsfelder/milchviehhaltung/

die können das sicher besser.

von Bernd Müller

Wenn

die Bilder stimmen, sind die Vorfälle natürlich nicht zu entschuldigen! Das Problem ist bloß, was daraus wieder von den Medien gemacht wird! Für das breite Publikum werden alle Kühe in größeren Betrieben so gehalten und unter den „kleinen“ gibt es die Probleme nicht. Diese Vorfälle bei den schwarzen Schafen werden genutzt um gegen die gesamte konventionelle Landwirtschaft Stimmung zu machen. Wieder keine neutrale Berichterstattung!

von Matthias Zahn

Nach dem Bericht.....

Wenn die Aufnahmen auf dem Betrieb so entstanden sind gehört er dicht gemacht. Wer so mit den Tieren umgeht hat keine Berechtigung dafür. Wenn nicht ist er nun vermutlich trotzdem Pleite, denn welche Molkerei nimmt nach diesem Bericht noch die Milch ab? Das wäre eine Katastrophe für den Betrieb..... So oder so und egal wie die Wahrheit aussieht, vermutlich ist der Betrieb nun am Ende. Trotzdem, solche Aufnahmen dürfte es gar nicht geben!! So ein Umgang mit Tieren geht gar nicht! Woher die Aufnahmen auch stammen, der Vorwurf darf nicht nur an die Tierschützer gehen sondern vor allem an DIE Bauern die so mit ihren Tieren umgehen! Das sind Tierquäler und gehören Bestraft!

von Josef Doll

Der kleine geht vor die NGO-Auflagen- Hunde

Und der große wird den NGO-Tierwohl -Hunden vorgeworfen . Denn bei der jetztigen Arbeitslage ist jeder Betrieb auf ( fast ) jeden Arbeitnehmer angewiesen . Und wie sieht eine kranke Kuh aus ----- KRANK und im Bild echt Sche........

von Hans Nagl

Es macht im Netz schon die Runde.

https://www.watson.de/deutschland/umwelt/843875609-tierquaelerei-koennen-wir-helfen-die-tierhaltung-fuer-kuehe-zu-verbessern-zum-teil

von Kurt Brauchle

Regt sich

irgend jemand drüber auf, das die Soko Tierschutz wie die Gaffer bei Unfällen 10 Tage zugesehen, und nicht zum Wohl der Tiere eingeschritten ist ?

von Altmann

Vorgehen mit Methode?

Erst Bayern-Ei (Pohlmann) mit Legehennen,dann Straahoff mit Zuchtsauen und jetzt soll noch dieser Milchviehbetrieb fertig gemacht werden! Ein Schelm wer böses dabei denkt! Sieht so die Reduzierung des Tierbestandes in Deutschland aus ? Schäumt Ihr von Report Mainz!!!

von Gerd Uken

So schlimm das ganze auch ist

Aber wie kommen die an das Video Material?? Stand der schon länger unter „ Beobachtung“?

von Karlheinz Gruber

Wie war das mal mit

erst Schuldig, wenn man vor Gericht für schuldig befunden wurde. Es heißt bei den kriminellen auch immer nur der Tatverdächtige und nicht der Täter. Selbst dann wenn laut Zeitung bewiesen ist, daß er es war. Keiner weiß was genaues, nur die Presse vor der Exekutive. Wenn seit Juni bekannt war und er abstellen mußte, warum dann heute die Meldung? Nur bei der LDW ist die Schuld am Anfang. Dem einzigen wo das wiederum hilft sind den Feedlots in Südamerika/ Mercusostaaten. Jetzt noch schnell ein paar Bilder von Kühen auf der Weide, fertig ist das neue Image der neuen Lieferungen nach Deutschland. Und wer dort recherchiert und nicht aufpasst..., wäre nicht der erste der dort einen Unfall hat. Wie so mancher Einheimischer, der dort dem Großgrundbesitzer im wege stand, oder Umweltschützer oder oder..... Arbeiten unsere/ die NGOs eigentlich mit denen zusammen, damit die heimische Landwirtschaft endlich von der Bildfläche verschwindet?

von Matthias Fink

Ich denke man sollte vorher die Sendung sehen und dann ein Urteil fällen. Den sonst sind wir nicht anders wie die Presse. Das der Betrieb nicht ganz sauber ist heist es schon lange. Aber das zu beurteilen steht mir nicht frei. In diesem Sinne schauen dann urteilen. Schwarze Schafe gibt es in jeder Branche.

von Hans Nagl

Wieder !

Wieder ein Katastrophe für das Image von uns Bauern.

von Paul Siewecke

wenn schon die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wurde....

dann sollten sich Reporter und Videofilmer sehr zurückhalten mit der Veröffentlichung ihres "Materials"! Es kommt sonst sehr leicht zu Verstößen gegen rechtsstaatliche Prinzipien in der Strafverfolgung, die bei eventuell gegebenen Gesetzesverstößen auch mal eine Verfahrenseinstellung zur Folge haben....

von Steven Laubenstein-Herman

Mal sehen

Ob das Filmmaterial von dem ein und demselben Betrieb stammt? Und vom selben Jahr? Wer weis wie das alles zusammen geschnitten ist?Heute ist technisch alles möglich. Sollen mal kameras in Krankenhäusern, Altersheime, Schulen, Kitas, usw. installieren! Das ist viel interessanter.

von Andreas Christ

Lückenlos

es ist doch erstaunlich wie lückenlos dokumentiert diese ganzen Verbrechen sind. Wer bekommt da von wem Geld?

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