Deutscher Landschaftspflegetag 2019

Weidetierhaltung muss honoriert werden

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege fordert extensive Weidetierhaltung endlich angemessen zu honorieren, um diese multifunktionale Zukunftsform der Landbewirtschaftung dauerhaft zu sichern.

Die Zahl weidetierhaltender Betriebe in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Doch Weidetiere sind die Voraussetzung einer lebendigen Kulturlandschaft. Während weltweit eine Million aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind, ermöglicht extensive Beweidung als Schlüsselinstrument den Schutz der Artenvielfalt und des Klimas und garantiert damit die Entwicklung attraktiver Landschaften.

„Um artenreiches Grünland zu bewahren und zu entwickeln, dürfen Weidetiere deshalb nicht weiterhin aus der Landschaft verschwinden!“, forderte Josef Göppel, Vorsitzender des DVL. Wie diese Form multifunktionaler Landwirtschaft angesichts aktueller Hemmnisse effektiv gestärkt werden kann, diskutieren bis 6. Juli über 200 Teilnehmer des Deutschen Landschaftspflegetages 2019.

Beweidung ist Schlüssel zum Erhalt der Insektenvielfalt

Im Mittelpunkt der Tagung stehen neben den Herausforderungen der Weidetierhaltung auch Voraussetzungen und Umsetzungsstrategien praktischen Insektenschutzes, denn Beweidung ist multifunktional. Durch die Pflege der Landschaften sichert sie deren Erhalt und garantiert dadurch die Vielfalt der Arten. Weidetierhalter sind deshalb wichtige Partner der Landschaftspflegeverbände, die sich seit über 30 Jahren für die Gestaltung unserer Kulturlandschaft einsetzen. „Landschaftspflegeverbände sind die erfahrensten und erfolgreichsten Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz!“, unterstrich Göppel.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Josef Doll

Kann will sich der Staat

Eine nahzu 60 % ige Ökolandwirtschaft leisten?? Na , na kann sich jeder ausrechnen . Vielleicht sogar die ,die jetzt noch " die" Leistung für besonderes bekommen . Müssen Sie auf diese Verzichten und der Markt der bezahlt was im Minus ist . Öko-milch wäre das dann so denke ich nicht mehr in der Nische sondern der Massenmarkt !!!

von Heinrich Schrimpf

Weidehaltung schafft Lebensraum für Insekten

Wenn seither offene Organik den Insekten aktuell und zukünftig verschlossen bleibt (Abdeckung von Güllelagern und Misthaufen, unmittelbare Einarbeitung organischer Dünger), darf Weidegang nicht weiter an Bedeutung verlieren und muss gefördert werden. Jeder Kuhfladen ist ein Kleinbiotop, aus dem 200-300g Insektenmasse hervorgehen. Schon eine Herde von 15-20 Rindern generiert bei Tag- und Nachtweide in einer Weidesaison (180-200 Tage) eine gigantische Gesamtinsektenmasse von ca. 5 Tonnen.

von Josef Doll

Es gibt nur Forderungen

Die niemand bezahlen will/kann. Artenreiches Grünland wie wir es noch vor 60 Jahren hatten brachte einen Milchertrag von höchstens 2000 Liter Milch !!! Noch 1980 träümte man von der 5000 Liter Kuh. Und heute ........ Oder anders gefragt wieviel >>>>MUSS<<< nicht müsste wohl da der Liter Milch jetzt kosten ???? Reichen da 80 cent ?? Was ein Milchpreis von mindestens 1,8 € je Liter Milch im Laden voraussetzt DA kann sich auch ein Löwenstein drehen und wenden wie er will -------- Hat er erreicht was er will -------- Haben alle verloren !!!!

von Steffen Hinrichs

Die Politik ,Verarbeiter und der LEH honorieren es nicht !

Laut Systemanalyse Milch erzeugen Stallhaltungsbetriebe 1000 kg /Kuh mehr Milch im Jahr und solange dieses nicht mindestens ausgeglichen wird ,werden wir immer mehr Weidehaltungsbetriebe verlieren !

von Erwin Schmidbauer

Artenreiches Grünland?

Wer glaubt eigentlich, dass eine Kurzrasenweide artenreich sei? Mag sein, dass Insekten in den Ausscheidungen Nahrung finden, aber die Pflanzengesellschaft einer solchen Weide ist nicht viel reicher als die einer intensiven Schnittnutzung: denn diese intensive Beweidung überleben nur wenige Arten!

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