Der PRRS-Totimpfstoff ist nicht tot! Premium

Bislang sah es so aus, als gäbe es für den PRRS-Totimpfstoff nur noch wenig Bedarf. Doch in Betrieben mit hohem PRRS-Druck kann die Tot- die Lebendvakzine wirkungsvoll ergänzen, wie unser Praxisfall zeigt.

Vor exakt 28 Jahren berichtete top agrar in seiner Januarausgabe 1991 zum ersten Mal über eine Sau im Münsterland mit blaurot-verfärbten Ohren. Die neue Erkrankung, die nicht nur in Europa, sondern auch in Nordamerika bald Furore machen sollte, bekam den Namen PRRS (Porcine reproductive and respiratory syndrome).

Bis heute hat die PRRS nicht an Schrecken verloren. Weltweit verursacht sie noch immer große Probleme, obwohl es inzwischen eine ganze Reihe hoch wirksamer Lebendimpfstoffe gibt. Denn das Virus kann mehrere Kilometer über die Luft übertragen werden. Und es ist enorm wandlungsfähig. Das macht seine Bekämpfung so schwierig, vor allem in Regionen mit hoher Schweinedichte.

Regional hoher PRRS-Druck:

Diese Erfahrung musste auch Ferkelerzeuger und Mäster Ludwig Hölscher aus Visbek im niedersächsischen Landkreis Vechta machen. Der Landwirt bewirtschaftete dort bis vor kurzem einen geschlossenen Betrieb mit 200 Sauen und 2000 Mastplätzen. Inzwischen stockt er die Sauenherde aufgrund der politischen Unsicherheit und der ungeklärten Hofnachfolge jedoch ab und will sich ganz auf die Mast konzentrieren.

Das Problem: Im Umkreis von 400 Metern rund um den Hof befinden sich vier weitere Sauenhalter. Dementsprechend hoch ist der PRRS-Druck in der Region. Wellenartig flammt das PRRS-Geschehen immer wieder auf. Gerade im letzten Jahr gab es viele neue Ausbrüche. Dabei konnte mehrfach auch das neue, aggressive Acro-Virus nachgewiesen werden. Aborte und Umrauscherzahlen stiegen plötzlich an. In der Aufzucht wuchsen die Gruppen auseinander, die Tiere kümmerten und die Verluste explodierten. Bei den Fällen, ...

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Artikel geschrieben von

Henning Lehnert

Redakteur Schweinehaltung

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