Kastration: Licht am Ende des Tunnels? Premium

Trotz Fristverlängerung bleibt der „4. Weg“ wohl versperrt. Der Begriff Schmerzausschaltung im Tierschutzgesetz verhindert eine Lösung. Es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass der Kardinalfehler der Politik korrigiert wird.

Die Erleichterung der Ferkelerzeuger war sprichwörtlich mit Händen zu greifen, als am 29. November das Abstimmungsergebnis der Bundestagsabgeordneten zur Fristverlänge-rung bei der Ferkelkastration bekannt wurde. 421 der 650 Abgeordneten stimmten dafür. Jetzt bleiben maximal zwei Jahre, um die verfügbaren Verfahren praxisreif zu machen. Streng genommen sind es nur noch eineinhalb Jahre. Denn für Tiere, die ab Januar 2021 geschlachtet werden, müssen die Sauenhalter bereits Mitte 2020 entscheiden, welche Kastrationsalternative zum Einsatz kommt.

Ebermast oder Isofluran:

Jetzt gilt es, sich auf das Machbare zu konzentrieren. Dazu gehören drei Verfahren:

  • Ebermast: Die Ebermast funktioniert, wenn man das betriebliche Management entsprechend anpasst. Entscheidend ist, dass der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und die Schlachtunternehmen bzw. Verarbeiter endlich Farbe bekennen. Sie müssen klipp und klar sagen, wieviele Eber sie in Zukunft abnehmen können und werden.

Clemens Tönnies hat bei dem von Agrarministerin Julia Klöckner einberufenen Runden Tisch Ende November signalisiert, vorerst alle ihm angeboten Jungeber abzunehmen. Die Frage ist nur, zu welchem Preis. Denn Schlachter haben jederzeit die Möglichkeit, den Markt über Maskenänderungen zu steuern. Zudem bleibt die Gefahr akut, dass Stinker unerkannt in den Handel „durchrutschen“. Über die Zucht und gezielte Fütterungsmaßnahmen lässt sich das Risiko jedoch reduzieren.

  • Immunokastration: Auch hier müssen LEH und Schlachtunternehmen endlich Farbe bekennen. Tönnies hat den Anfang gemacht. Er werde selbstverständlich auch immunokastrierte Tiere schlachten, so seine Aussage in Berlin. Vorraussetzung sei aber, dass ihm seine Abnehmer vorher ...

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Artikel geschrieben von

Henning Lehnert

Redakteur Schweinehaltung

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Marcus Arden

Redakteur Schweinehaltung

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