„Stinkern“ schneller auf der Spur Premium

Der Anteil geruchsauffälliger Eber lässt sich mithilfe der genomisch gestützten Selektion schneller senken. Das zeigen die Ergebnisse eines aktuellen Forschungsprojektes.

Die Jungebermast ist neben der Kastration unter Betäubung und der Immunokastration die dritte Alternative zur jahrzehntelang prak-tizierten Kastration ohne Betäubung.

In Praxisbetrieben tastet man sich bereits seit mehreren Jahren immer weiter an die Jungebermast heran. Vor allem im Nordwesten Deutschlands sind zahlreiche Schweinehalter freiwillig in das Abenteuer Jungebermast eingestiegen. Dadurch konnten bereits zahlreiche haltungs- und fütterungstechnische Fragen gelöst werden. Das Problem des Ebergeruchs ist aber nach wie vor nicht hundertprozentig gelöst. Immer wieder treten im Schlachthof geruchsbelaste-te Schlachtkörper auf. Verantwortlich hierfür sind vor allem die beiden Leitsubstanzen Androstenon und Skatol.

Genomisch selektieren?

Forschungsergebnisse bestätigen zwar, dass sich das Merkmal Ebergeruch in den Vaterlinien züchterisch erfolgreich bearbeiten lässt. Der genetische Einfluss in der deutschen Piétrain-Besamungseber-Population liegt mit einer Heritabilität von 0,5 (Skatol) bis 0,6 (Androstenon) auf hohem Niveau. Bei der bislang praktizierten klassischen Selektionsstrategie auf Basis phänotypischer Androstenon- und Skatolmessungen wird es aber mindestens noch drei bis vier Generationen dauern, bis der Anteil der geruchsbelasteten Eber von derzeit rund 10% auf weniger als 2% in den Vaterrassen sinkt.

So viel Zeit bleibt den Schweinehaltern allerdings nicht mehr, schließlich steht der 1. Januar 2019 als Ausstiegsdatum bereits fest. Die Frage ist daher, ob es andere züchterische Möglichkeiten gibt, den Anteil geruchsbelasteter Jungeber schneller als bisher zu senken.

Fachleute sehen eine Möglichkeit in der genomischen Selektion. Dabei werden bestimmte Gene gesucht, die für die Ausprägung eines bestimmten Merkmals verantwortlich sind. Sie basiert auf umfassenden Genotyp-Informationen, die mithilfe von SNP-Chips gewonnen werden. Daraus könnte später ein „Geruchszuchtwert“ abgeleitet werden.

Im Rahmen ...

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