QS-Statistik

QS: 36 % weniger Antibiotika in Nutztierhaltung eingesetzt

Der Antibiotikaeinsatz in QS-Betrieben ist bei alle Tierarten rückläufig. Zwischen 2014 und 2018 sank die im QS-System erfasste Abgabe von Antibiotika um 35,7 %.

Der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung nimmt weiter ab. Dies belegen die Zahlen des aktuellen Statusberichts zum Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung der QS Qualität und Sicherheit GmbH. Zwischen 2014 und 2018 sank die im QS-System erfasste Abgabe von Antibiotika in der Nutztierhaltung um insgesamt 253,2 Tonnen. Dies entspricht einer Reduktion von 35,7 Prozent.

Das QS-Monitoring deckt 95 Prozent der Schweine- und Geflügelfleischproduktion in Deutschland ab. Seit der Einführung des QS Antibiotikamonitorings in 2012 wertet QS die Daten von über 2.300 Tierärzten aus. Das sind mehr als 4,1 Millionen Behandlungsbelege im erfassten Zeitraum.

Weniger Reserveantibiotika

Auch kritische Antibiotika, sogenannte Reserveantibiotika, die für die Humanmedizin von großer Bedeutung sind, kommen deutlich seltener in den Ställen der QS-zertifizierten Betriebe zum Einsatz. Hier sank die verabreichte Menge um 46,7 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, dass von Tierhaltern und Tierärzten ergriffenen Maßnahmen zur Antibiotikareduktion greifen. „Vor dem Hintergrund möglicher Resistenzbildungen, stehen diese kritischen Antibiotika bei QS unter ganz besonderer Beobachtung. Wir haben den Anspruch mit unserer Datenerfassung Tierhalter und Tierärzte beim sinnvollen und im Sinne des Tierwohls sensiblen und restriktiven Einsatz von Antibiotika zu unterstützen.", so Dr. Hermann-Josef Nienhoff, Geschäftsführer der QS Qualität und Sicherheit GmbH zur Veröffentlichung der 2. Ausgabe des Statusberichts zum Antibiotikamonitoring.

Verlagerung innerhalb der Schweinehaltung findet nicht statt

Innerhalb der Schweinehaltung reduzierte sich die Menge der verabreichten Antibiotika sogar um 41,9 Prozent. Dieses Ergebnis ist besonders erfreulich, da die Reduktion in der Mast und Ferkelaufzucht nicht zu Lasten der Sauen und Saugferkel geht: Auch Betriebe mit Ferkelerzeugung verringerten ihre Antibiotikagabe um 7,9 Prozent.

Den vollständigen „2. Statusbericht zum Antibiotikamonitoring im QS-System“ können Sie sich hier herunterladen.

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Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Erwin Schmidbauer

Da dreht es einen den Magen um

Reserveantibiotika sind wahrlich für die Humanmedizin von großer Bedeutung. Immerhin sind fast die Hälfte der beim Menschen eingesetzten Antibiotika schon heute Reserveantibiotika. Da muss man sich über Resistenzen wirklich nicht mehr wundern.

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