Mobiler Schweinestall gewinnt „Innovationspreis Tierwohl“

Gestern Abend wurde in Berlin erstmals der "Innovationspreis Tierwohl" verliehen. Vier Landwirte und zwei Forscher gehören zu den Preisträgern. Gewinner ist Peer Sachteleben, der für sein Konzept Mobilstall ausgezeichnet wurde.

Großer Bahnhof am Alexanderplatz in Berlin: Gestern Abend hat dort die Initiative Tierwohl (ITW) erstmals den „Innovationspreis Tierwohl“ verliehen. Landwirtin Gabriele Mörixmann aus Melle erhielt die Auszeichnung für ihr innovatives Stallkonzept. Sie hat einen Aktivstall für Schweine entwickelt. Den ersten Platz in der Kategorie der bereits erfolgreich in der Praxis umgesetzten Projekte vergab die Jury um den Vorsitzenden Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, Präsident des Johann Heinrich von Thünen-Instituts, an Schweinehalter Peer Sachteleben für seinen mobilen Schweinestall mit Auslaufhaltung. Das Preisgeld beträgt 10.000 €. Der mit 7.000 € dotierte zweite Platz ging an Landwirt Heinz Hackmann, der laut Jury in seinem Stall eindrucksvoll demonstriert, wie das Konzept von Gabriele Mörixmann in der Praxis funktioniert und das Tierwohl verbessert. Den dritten Platz für erfolgreich umgesetzte Praxisprojekte belegte Schweinemäster Christoph Becker für die Umstrukturierung seines Stalls, die zu mehr Bewegungsfreiheit für die Tiere führt. Er erhält dafür 5.000 €.

Die Gewinner des Innovationspreises Tierwohl mit Ministerin Julia Klöckner (Bildquelle: ITW)

„Wir freuen uns über die vielen tollen Einsendungen zur Verbesserung des Tierwohls in der Nutztierhaltung“, zeigte sich Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl, zufrieden mit der guten Resonanz. „Mit dem Innovationspreis Tierwohl leisten wir einen Beitrag dazu, solche Innovationen zu unterstützen.“ Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner war zur Feierstunde gekommen. Die Ministerin betonte, dass gute Ideen gebraucht werden, um das Tierwohl weiter zu stärken. Sie mahnte zudem an, dass Thema Tierwohl jetzt weiter voranzutreiben. „Wenn wir jetzt nicht Fakten schaffen und das Tierwohlkennzeichen einführen, wird es später wieder zum Wahlkampfthema. Und dann weiß keiner, was dann kommt“; betonte Klöckner.

400.000 € für den „klugen Stall“ und ein Frühwarnsystem

Neben den Preisträgern aus der Landwirtschaft gewannen zwei wissenschaftliche Projekte eine finanzielle Förderung zur Umsetzung. Den Zuschlag erhielt zum einen die Veterinärmedizinerin Dr. Birgit Spindler für die Entwicklung eines kameragesteuerten Frühwarnsystems, das gegenseitiges Verletzen von Puten erkennen soll. Zum anderen erhielt Gé Backus von Connecting Agri & Food aus den Niederlanden eine Förderung für das Pilotprojekt „Kluger Stall“, bei dem es um eine innovative Lösung zum Management des Klimas in Schweineställen geht. Das Fördervolumen für die beiden wissenschaftlichen Projekte beträgt fast 400.000 €.

Nach der ersten erfolgreichen Ideenrunde plant die ITW den Tierwohlpreis künftig regelmäßig zu vergeben. Auch dann soll die Jury wieder aus Mitgliedern des Beraterausschusses bestehen. In diesem Jahr gehörten neben dem Vorsitzen Prof. Dr. Folkhard Isermeyer auch Prof. Dr. Harald Grethe (Humboldt-Universität zu Berlin), Prof. Dr. Peter Kunzmann (Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover), Prof. Dr. Robby Andersson (Hochschule Osnabrück) und Prof. Dr. Lars Schrader (Friedrich-Loeffler Institut) zur Expertenrunde.

Wann steigen die Milchpreise?

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Marcus Arden

Redakteur Schweinehaltung

Schreiben Sie Marcus Arden eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Kirsten Wosnitza

Was muss sich in der Agrarpolitik ändern

Damit diese Konzepte aus der Nische heraus kommen und Realität werden?

von Gregor Grosse-Kock

Offene Stallungen

Bei denen sind Immissionen egal, nur wer ein Invest vor der Brust hat gehört kaputt gemacht. Gute und schlechte Immissionen, als wenn die Chemie einen Unterschied könnte.! Es werden immer mehr politische Wahrheiten geschaffen und die Tatsachen werden wie Verbrechen angeschaut!!!

von Josef Doll

Solange das Tierwohl

nicht Staatlich ist müssen sich die NGOs und ihre Marktstrategen die Verbraucher dazu veranlassen / zwingen auch den höheren Preis zu bezahlen !!! Gelingt das nicht wird der von Ihnen veranlaste Sturm im Wasserglas enden !!!! Allerdings so denke ich schreien Sie immer Schriller nach einem Staatlichen Tierwohl . Bei uns steigen Sie ( Tierschutzorganisationen ) aus allem aus ------ Nur wie ist "das Staatliche Tierwohl " in Dänemark aufgebaut ??? Das schwebt ihnen vor ------ als -------- Einstieg !!!!!!! Um es dann den Deutschen ( IHREN) Anforderungen anzupassen .... Den langfristigen Ausstieg ,weil WIR zu teuer werden !!!!

von Karlheinz Gruber

Und angeblich läuft nach dieser Runde

der freiwillige Zuschlag für ITW aus und muß rein selber durch den Verbraucher finanziert werden. Daher jetzt auch das 4 STufen Label. D. h.: Konv. Produkte werden zu Ramschware, Stufe 2 zum unteren Segment bis Mitte, Stufe 3 zum Normalfall und 4 für die Besserverdienenden (sieht man ja bestens bei den Frischeiern und Verarbeitungseiern).Und wenn alles auf Stufe 2/3 ist, was kommt dann im Markt von den Konzernen, um den Leuten wieder was neues bieten zu können. Ich bin eigentlich nur beruhigt, denn in ca. 20 - 25 Jahren, kommen laut Wissenschaftler von dort dann wieder die Hinweise.... "Nur die Spaltenböden in Geschlossenen Ställen..... sind das beste....." Geschichte wiederholt sich, wie man jetzt an der Haltungsänderung sieht....

von Heinrich Albo

Alles Super

nur die langfristig gesicherte Finanzierung für die breite Masse bekommen Sie nicht hin ! Das geht nur über Importverbote für Fleisch ,wie z.B.in Russland oder eine Art EEG für Fleisch über min.20 Jahre. Die Verfahren oben sind ja wie Bio Light nur mit vollwertigem konventionellen Futter....Warum dann nicht gleich die Biosubventionen abgreifen? Damit lässt es sich auch die nächste Dürre besser überstehen...

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen