Niedersachsen fordert Tierschutzkontrollen in Abdeckereien

Niedersachsen fordert routinemäßige Tierschutzkontrollen in Verarbeitungsbetrieben für Tierische Nebenprodukte. Dazu hat das Kabinett jetzt eine Bundesratsinitiative beschlossen.

Niedersachsen will den Bund im Rahmen einer Bundesratsinitiative auffordern, die Rechtsgrundlage für routinemäßige Tierschutzkontrollen in Verarbeitungsbetrieben für Tierische Nebenprodukte zu schaffen, sogenannten VTN-Betrieben. Wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover mitteilte, hat das Landeskabinett am Dienstag vergangener Woche eine entsprechende Initiative beschlossen.

„Wir wollen in Niedersachsen den Tierschutz in allen Bereichen stärken“, betonte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Bislang sehe das deutsche Recht nicht vor, dass in VTN-Betrieben routinemäßige Tierschutzkontrollen durchgeführt werden können. „Das wollen wir ändern, um dadurch den Tierschutz in den Nutztierhaltungen weiter zu verbessern“, erläuterte die Ministerin.

Auslöser war eine Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo), die im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt hatte. Die TiHo war hier zu dem Ergebnis gekommen, dass bei mehr als 10 % der angelieferten Tierkörper Veränderungen darauf hindeuten, dass die betroffenen Tiere vor ihrem Tod länger anhaltenden Schmerzen und Leiden ausgesetzt waren. Häufig wurden die Tiere erst zu spät von ihren Leiden erlöst.

Bislang sieht das deutsche Tierschutzrecht dem Landwirtschaftsministerium in Hannover zufolge jedoch nicht vor, dass angelieferte Tiere in VTN-Betrieben routinemäßig auf Verstöße gegen das Tierschutzrecht untersucht werden können. Neben der rechtlichen Verankerung von Betretungsrechten ist für die effektive Durchführung von Kontrollen aus Sicht Niedersachsens außerdem eine Rückverfolgbarkeit der Tierkörper zum letzten Haltungsbetrieb erforderlich. Dies sei derzeit nicht bei allen Tierarten gegeben. So würden Schweine lediglich mit der Ohrmarke des Ferkelerzeugers gekennzeichnet und könnten bei Anlieferung von einem Mastbetrieb an die Tierkörperbeseitigungsanstalt nicht zum letzten Tierhalter zurückverfolgt werden. Auch das müsse sich dringend ändern.

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Henning Lehnert

Redakteur Schweinehaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Eike Bruns

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von Klaus Goller

Hetzjagd

Die Hetzjagd, Diskreditierung und Verleumdung geht weiter, bis die Herrschaften ihr Ziel der Zermürbung und Vernichtung der deutschen Tierhaltung erreicht haben.

von Egon Kaiser

Finger weg bei der Tierkörperbeseitigung! Sonst kommen noch manche auf die Idee die Tierkörper illegal zu entsorgen mit Seuchengefahr und anderen Konsequenzen. Was die Rückverfolgbarkeit anbelangt ist die Sache doch einfach machbar, immerhin weiß die Tierkörperbeseitigung genau wo das Tier abgeholt wird und kann durch Lieferschein und Stempel oder ähnlichem das Tier Kennzeichen.

von Andreas Demann

Wieso darf sich Frau Otte Kienast eigentlich Landwirtschaftsministerin nennen? Auch wenn's jetzt makaber wird, muss es dann auch nee Kontrolle am Hinterausgang beim Krankenhaus oder Altersheim geben?

von Richard Huber

Liebe Frau Otte-Kienast,

bitte verbieten sie dann sofort den Verzehr von Langusten und Hummern, denn diese werden nach wie vor lebendig in kochendes Wasser geworfen. Oder zählen diese Tiere zu ihren regelmäßigen Verzehrgewohnheiten? Dazu muss sofort das Schächten von Tieren, egal aus welchen Gründen dies bisher erlaubt ist, unter Strafe gestellt werden. Dann wäre dem Tierschutz wirklich Rechnung getragen.

von Paul Siewecke

Kein Tierhalter...

bemüht gerne den Abdecker! Oft wird auch noch versucht das entsprechende Tier vor diesem Schicksal zu bewahren, was eben auch nicht immer klappt. Sollen wir denn jetzt jedes Schwein das nur einmal hustet sofort einschläfern lassen, nur damit es ja nicht eventuell als Kümmerer in der TKBA landet und wir für unsere (in dem Falle vergeblichen) Rettungsversuche auch noch bestraft werden?

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