Staatliches Tierwohllabel schließt Kastration aus Premium

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will heute abschließend mit allen Beteiligten aus Wirtschaft und Verbänden über die Kriterien für das staatliche Tierwohllabel reden. Ein Ausschlusskriterium für das Label ist die betäubungslose Ferkelkastration. Damit will das BMEL den Tierschutzbund ins Boot holen.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) will die Debatte um das geplante staatliche Tierwohlkennzeichen beenden und die Kriterien für Schweine nun endgültig festzurren. Über die Kriterien für die Schweinehaltung berät die gesamte Fleischkette von der Landwirtschaft über die Fleischwirtschaft, den Handel, die Tierärzte und Tierschützer heute in einer großen Runde mit Klöckner in Berlin. Laut Einladung soll es um einen „finalen“ Austausch über die Kriterien für das staatliche Tierwohlkennzeichen gehen. Kriterien höher als ITW-Standard Fest steht, dass das staatliche Tierwohlkennzeichen freiwillig und dreistufig ausfallen soll. Langfristig könnten sich hinter den drei Stufen die bisherigen Systeme Initiative Tierwohl (ITW), das Label des Deutschen Tierschutzbundes und die Biozertifizierung eingruppieren. Die Kriterien für die 1. Stufe des Labels setzt das BMEL aber größtenteils höher an als die der Initiative Tierwohl (ITW). Das macht sich vor allem am Platzangebot bemerkbar, zeigt der Vorschlag des BMEL, der top agrar vorliegt. Für die erste Stufe des staatlichen Labels sollen für 51 bis 100 kg schwere Schweine 0,95 ...

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Wolfgang Daiber

Lösung des Problems

Meine Tochter ist aus dem Betrieb ausgestiegen(300 Sauen),ich werde Frührente beantragen wegen Bourn Out,meine Frau geht in die Industie(4 Stunden am Tag),verdient im Monat mehr ,wie ich im ganzen Jahr.Die Ferkel in meiner Region,werden aus Dänemark kommen (900km)oder noch besser das fertige Mastschwein kommt aus Spanien. Der deutsche Einzelhandel verramscht es als "Schwein aus der Region"und somit schließt sich der Kreis.An die Adresse nach Berlin, ihr müsst aufpassen,daß die "Gelbwestenbewegung "nicht nach Deutschland überschwappt,Zeit haben die ausgeschiedenen Tierhalter in Deutschland

von Hans Eberlein

Fördern

Fördern heißt wieder neue Ställe bauen damit wieder mehr billiges fleisch kommt und dann von Tierwohl.

von Jürgen Middelhoff

Wie hoch soll denn die Honorierung ausfallen?

Bislang sickern ja nur Auflagen durch, und diese liegen deutlich über die der ITW. Wobei die ITW die Prämien ab 2018 ja auch schon grenzwertig weit abgesenkt haben. Wenn man von den max 5,1Euro der ITW pro Mastschwein ausgeht und mit den zusätzlichen Kosten zur Buchtenstrukturierung und den höheren Platzbedarf hochrechnet, komme ich auf rund 14Euro Mehrkosten/Mastschwein. Der Aufwand für den Ferkelerzeuger ist bedeutend höher ,ein Deckzentrum lässt sich ja vielleicht noch einigermaßen praktikabel umgestalten um die max 8Tagen Fixierung zu bewerkstelligen, der Pferdefuß liegt bei den Bewegungsbuchten im Abferkelbereich, wie sollen diese in den vorhandenen Gebäuden realisiert werden? Ich vermag nicht auf der Stelle die Kosten zu beziffern,sie werden aber sicherlich auch bei 10 -14 Euro pro Ferkel incl. Aufzucht liegen. Das ganze obendrein mit der Ungewissheit wie lange die Gelder fliessen, bei massiven Gebäudeinvestitionen sind drei oder vier Jahre eine eher vage Zusage. Warum ist es wieder so dass die Ferkelerzeuger hinten runterfallen? Schon beim Start der ITW waren nur wenig Erzeuger dabei, nach den Kürzungen 2018 haben diese sich nochmals halbiert. Kein Wunder bei max 1,35 Euro in der Ferkelaufzucht, bei gleichzeitigen höheren Flächenbedarf auch wenn die Marktlage angespannt ist und die Ferkel "geschoben" werden und man noch mit einem Spot(T)audit rechnen muss. Die Ferkel fallen doch nicht mit 25kg vom Himmel und werden dann in "Tierwohlställen" aufgestallt, man muss doch ein ganzheitliches System entwickeln und nicht die Akteure überfordern.

von Gerhard Steffek

Wo is'n des Hirn?

Wenn ich das so lese, dann ist der ganze Forderungskatalog nur ein Einstieg zum Ausstieg - aus der Schweinehaltung in DE. Wer soll denn da noch Lust haben auch nur noch einen Cent zu investieren, bei all den offenen Fragen? Besonders bei den kleinen Betrieben. Es ist nur zu schade, daß in die Presche der Schweinezüchter und Mäster, die dieser Kahlschlag verursachen wird, allzugerne ausländische Berufskollegen einspringen werden. Es würde nämlich nicht schaden, würde der deutsche 08/15-Konsument wirklich wieder einmal spüren was es bedeutet kein Fleisch auf den Teller zu haben. Aber so macht sich der deutsche Sesselpupser ja keine Gedanken mehr darüber, man hat's ja. Dass das so bleibt dafür wird die Politik aber auch zu gerne sorgen, ein voller Bauch randaliert ja nicht gerne. Wie bei den Eiern werden hier dann die Rahmenbedingungen für den Handel entsprechend gestaltet, damit das "tägliche Schnitzel" bestimmt nicht ausgeht. Eigentlich sollten unsere Politiker es anhand der Deutschen Umwelthilfe und dem Dieseltheater mittlerweile gelernt haben, daß man sich den ganzen NGO's gegenüber nicht zum Affen machen sollte. Aber anscheinend ist der Irrsinn immer noch nicht groß genug und unsere Politoberen nicht entsprechend lernfähig und weitsichtig genug. Wie heißt es so schön: Nach Weihnachten ist vor Weihnachten.

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

QZ-BW läßt grüßen

Beim neuen QZ-BW für den Schweinebereich hat sich die Politik in BW auch sehr ambitionierte Ziele (genfrei etc.) gesetzt mit dem Ergebnis, daß fast keiner mehr mit macht.

von Gerd Uken

Eine einfache Frage

Woran erkennt man denn das das Ferkel aus DK unter Lokalanästhesie oder aber ohne Betäubung kastriert wurde?

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