Allein im neuen Stall Premium

Familie Höckmeier baut einen genehmigten Hähnchenstall. Kurz, bevor die Küken kommen, wackelt die Baugenehmigung nach einer Klage des Bund Naturschutz. Noch immer steht der Stall leer.

Familie Höckmeier findet ihre Hähnchenställe immer noch sinnvoll. Das berichtet sie im April an ihrem Küchentisch, eine Woche nach der Niederlage vor dem Verwaltungsgericht (VG) München. „Tierhaltung und Ackerbau gehören für einen gesunden Nährstoffkreislauf zusammen“, sagt Landwirtschaftsmeister Josef Höckmeier, und rechnet für seinen Betrieb in Eschelbach im Kreis Pfaffenhofen a.d. Ilm einen Viehbesatz von 0,5 Großvieh-einheiten pro Hektar vor. Nicht viel im Vergleich zu Veredelungsregionen.

Als Hofnachfolger Josef Franz Höckmeier 2010 seine Technikerarbeit in Triesdorf schrieb, stand die Familie vor einer Entscheidung: Sollten sie die Biogasanlage weiter ausbauen? Oder eher die Hähnchenmast? „Wir rechneten mit steigender Nachfrage nach Geflügelfleisch“, begründet Josef Franz seine Entscheidung für die Hähnchen.

Protest vorprogrammiert

Den Höckmeiers war schon damals bewusst, dass die Dorfgemeinschaft das Vorhaben nicht einfach abnicken würde. Dennoch beantragten sie 2012 eine Baugenehmigung. Bald wurde ihnen klar, dass sie eine detailliertere Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) vorlegen müssen.

Sie investierten daher weitere 30000 € in die UVP und legten ihren Plan 2014 erneut dem Landratsamt vor.

Die Größe der Ställe ergab sich von selbst. Das Gelände inmitten der Hopfenflächen auf einem Hügel vor dem Dorf gab den Platz für zwei Ställe mit je 50500 Mastplätzen her. Zusätzlich modernisierte die Landwirtsfamilie einen alten Stall mit nun 43600 Plätzen.

Dass der Widerstand letztlich so groß werden würde, hat sie dann doch überrascht, sagt Hauswirtschaftsmeisterin Renate Höckmeier. Sie zieht einen Stapel Postkarten hervor. Die Gegner des Baus konfrontierten die Landwirte selten direkt. Aber sie verteilten Flugblätter und starteten eine Postkartenaktion.

Strategie ...

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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