Wie gut läuft die Ebermast wirklich? Premium

Das Schweinefleischzentrum Ulm schlachtet wöchentlich rund 600 Eber von süddeutschen Vertragsmästern. Daniel Spahn hat in seiner Bachelor-Arbeit untersucht, wie die Bedingungen in der Mast den Stinker- und Magerfleischanteil beeinflussen. Ab 1. Januar 2019 ist die betäubungslose Ferkelkastration laut Tierschutzgesetz verboten. Als wichtigste Alternative dazu wird bislang der Verzicht auf Kastration und die Mast der Eber gesehen. Doch während die Ebermast in Norddeutschland, in den Niederlanden und in Spanien bereits weit verbreitet ist, liegen in Süddeutschland bisher kaum Praxisergebnisse vor. Eberprojekt gestartet:Die Vorbehalte des Lebensmitteleinzelhandels, der Metzger und der Landwirte sind hier besonders groß. Denn in der Jung­ebermast sind geruchsbelastende Ausreißer unvermeidbar. Zudem sind Eber unruhiger als Kastraten. Daher steigt das Risiko, dass sich die Tiere gegenseitig verletzen. Andererseits nehmen Eber schneller zu, verwerten das Futter besser und erreichen höhere Muskelfleischanteile. Um Erfahrungen mit der Ebermast zu gewinnen, startete das Schweinefleischzentrum Ulm Donautal 2011 das Eberprojekt. Der Schlachthof hat 20 Betriebe vertraglich gebunden, die wöchentlich insgesamt rund 600 Eber liefern. Darunter sind spezialisierte Mäster und Kombibetriebe, die im geschlossenen System produzieren. Die Zahl der Ebermastplätze in den Vertragsbetrieben reicht von 320 bis 1 200. Um die Mast- und Haltungsbedingungen in den Ebermast-Betrieben zu bewerten, wurde im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ein Fragebogen und Kriterienkatalog entwickelt (siehe Übersicht 1). Einige Kriterien betreffen Fakten, die die Landwirte nur mit „ja“ oder „nein“ beantworten konnten. Dazu zählen zum Beispiel die Fragen nach der getrenntgeschlechtlichen Mast oder der Einhaltung der Nüchterung. Bei den übrigen Kriterien wie etwa der ...

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