Artenvielfalt

Bauern und Naturschützer verbünden sich für Niederwild

In der Modellregion Durmersheim in Baden-Württemberg finden Tiere durch Blühflächen ganzjährig Lebensräume. Wie ein Projekt Jäger, Landwirte und Naturschützer vereint.

Baden-Württembergs Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk eröffnet die Modellregion Durmersheim, die von der „Allianz für Niederwild“ initiiert ist. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der Wildforschungsstelle des Landes und des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg. Das Bündnis besteht aus Jägern, Landwirten, sowie Naturschützern und Kommunen.

Förderung über FAKT

Das Land fördert die Aktivitäten über sein Programm FAKT (Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl) mit der Maßnahme E 7 – Blüh-, Brut- und Rückzugsflächen. Verschiedene Faktoren aus agrar- und wildtierökologischer spielen dabei eine Rolle.

Landwirte schaffen Lebensraum

Örtliche Landwirte schufen dafür über 20 Hektar Blühflächen in der Region. Diese fungieren ganzjährig als Lebensraum für Niederwild, Feldvögel und Insekten. Gleichzeitig trage die Jägerschaft dazu bei, Raubwild intensiv zu bejagen, wovon insbesondere Bodenbrüter und Feldhasen profitieren. Niederwildarten wie Feldhase und Fasan stünden dabei stellvertretend für zahlreiche andere Arten. „Geht es Feldhase und Fasan gut, profitieren auch Wildbienen, Schmetterlinge und zahlreiche Feldvogelarten“ erklärt der Minister.

Zusammenspiel aller Akteure für die Umwelt

Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten stärkt damit die Artenvielfalt im Agrarraum und steigert die Biodiversität in offener Landschaft. „Mit der Förderung schaffen wir die Voraussetzung, neue Wege in der Agrarförderung zu gehen und die Biologische Vielfalt in der Region zu stärken“, betont Minister Hauk.

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Artikel geschrieben von

Katharina Riedmeier

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Ach ja, sind da ein paar klüger geworden?

Raubwild bejagen! Ist doch ein alter Hut, heißt ja schließlich nicht umsonst: Viele Hunde sind des Hasen Tod! Das der Fuchs zumindest gedanklich hier an erster Stelle steht erscheint zwar einleuchtend, aber wie sieht es aus mit Krähen, Elstern, oder gar anderen Greifvögeln? Gerade diese haben den unschätzbaren Vorteil "Überblick" über die Flächen zu haben, während der Fuchs mehr oder weniger im Dunkeln tappt. // Aber wenn wir schon dabei sind von "Raubwild" zu sprechen, dann darf Herr Hauck über kurz oder lang auch nicht den Wolf außer acht lassen!

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