Blauzungenkrankheit

Bayerische Tierärzte fordern bessere Vorsorgemaßnahmen

Die Bayerische Landestierärztekammer beklagt, dass nach Warnungen vor einem neuen Aufflackern der Blauzungenkrankheit nur unzureichend Impfmaßnahmen ergriffen wurden.

Bund und Länder müssen nach Ansicht der Bayerischen Landestierärztekammer die Vorsorge gegen Tierseuchen verbessern. Das zeigen ihr zufolge die aktuellen Erfahrungen mit der Blauzungenkrankheit. Bereits im Januar habe sie darauf hingewiesen, dass eine Impfung gegen die Blauzungenkrankheit notwendig sei, erklärte die Kammer anlässlich der 29. Bayerischen Tierärztetage in Nürnberg.

Maßnahmen seien daraufhin aber nur unzureichend ergriffen worden. Mangelhafte Aufklärung, Impfskeptiker unter den Landwirten und seit Jahresbeginn nicht ausreichend vorhandene Blauzungenimpfstoffe hätten nun zur Folge, dass in den bayerischen Sperrgebieten ein „Kälberstau“ mit erheblicher Tierschutzrelevanz auftrete. Betroffen seien rund 4 000 Kälber pro Woche, so die Landetierärztekammer.

Zu den Vorsorgemaßnahmen, die nach ihrer Ansicht getroffen werden müssten, zählt die Kammer die rechtzeitige risikoorientierte Analyse des Impfstoffbedarfs, damit pharmazeutische Unternehmer die Produktion angepasst planen könnten, die Festlegung bundesweit einheitlicher Präventionsstrategien und -maßnahmen für Länder und Regionen, die ausgewogene Einbindung von Tierseuchenrisiko und Tierschutzbelange in einer Gesamtbeurteilung sowie darauf aufbauend die Festlegung einheitlicher und dem Gesamtrisiko angepasster Verbringungsregelungen.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium solle hierbei Steuerungsaufgaben im Sinne der staatlichen Tierseuchenbekämpfung intensiver wahrnehmen, fordert die Bayerische Tierärztekammer. Sie begrüßte, dass die Bundesregierung mit den Niederlanden und Spanien Vereinbarungen über entsprechend angepasste Verbringungsregelungen getroffen habe.

Nicht nachvollziehbar sei jedoch, dass ein Tiertransport innerhalb Deutschlands, etwa von Bayern nach Niedersachsen, strengeren Auflagen unterliege. Moniert wird auch, dass eine frühzeitige Einbindung oder ein fachlicher Austausch von praktizierenden Tierärzten und Amtstierärzten mit dem Ministerium bei der Erstellung der Regeln nicht erfolgt sei. Die Memoranden mit den Niederlanden und Spanien führten außerdem dazu, dass Kälber lange transportiert werden müssten.

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Diskussionen zum Artikel

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von Hans Nagl

So ein Käse

Wenn sich 2009 nicht die Landwirte gegen die Impfung gestellt hätten, dan hätten wir 10 Jahre umsonst geimpft.

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