Agrarpolitik

"Das würde im Chaos enden."

Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl rechnet bei einem ungeregelten Brexit mit enormen Folgen für die heimischen Bauern – und hält die anstehende Europawahl für wichtig.

„Ein ungeregelter Brexit würde im Chaos enden. Ohne Rechtssicherheit oder Übergangsfristen wären auch enorme Folgen für die bayerischen Bauern die Folge“, sagt der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Walter Heidl. Im Moment würden landwirtschaftliche Erzeugnisse – insbesondere Milch und Fleisch – im Wert von 4,7 Milliarden Euro von Deutschland an Großbritannien geliefert.

Wenn es tatsächlich zum Brexit kommt, würde zudem ein Loch von zehn bis zwölf Milliarden Euro pro Jahr in den EU-Haushalt gerissen. „In einer solchen Situation wären kurzsichtige Sparmaßnahmen und nationale Egoismen genau der falsche Weg“, sagte Heidl. Die EU-Mitgliedsstaaten müssten zusätzliche Verantwortung übernehmen, fordert er. „Eine starke Union braucht einen starken Haushalt und Zusammenhalt.“

Die EU-Agrarpolitik spielt aus Sicht des Bayerischen Bauernverbandes dabei eine entscheidende Rolle: „Sie bildet die Grundlage für einen funktionierenden Binnenmarkt, für 44 Millionen Arbeitsplätze auf dem Land und attraktive Lebensverhältnisse in allen Regionen Europas“, so Heidl.

"Zukunft der EU steht auf dem Spiel."

Gerade durch den Brexit gewinnen diese Faktoren aus Heidls Sicht zusätzlich an Bedeutung, die Wahlen zum Europaparlament seien richtungsweisend für die EU. „Am 26. Mai 2019 steht die Zukunft der Europäischen Union auf dem Spiel – und damit das erfolgreichste Projekt für Frieden und Wohlstand in der Menschheitsgeschichte. Nur wenn wir weiter gemeinsam an diesem Projekt arbeiten, hat Europa auch in der globalisierten Welt eine Chance mit Waren, Dienstleistungen und demokratischen Werten erfolgreich zu sein.“

Walter Heidl beim Neujahrs-Pressegespräch: "Am 26. Mai 2019 steht die Zukunft der Europäischen Union auf dem Spiel." (Bildquelle: BBV)



Auf dem Neujahrs-Pressegespräch des BBV sprach Heidl zudem über das Image der Landwirtschaft. In der Debatte um die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft in Bayern und Deutschland mahnte er „die nötige Fairness und Sachlichkeit“ an. „Die bayerischen Bäuerinnen und Bauern sind bereit Probleme anzupacken“, sagte Heidl.

„Doch wir können und wollen nicht einfach ‚Ja und Amen‘ sagen zu jeder Forderung, die an die Höfe oder uns als Verband herangetragen werden. Um tragfähige Wege einschlagen und die Betriebe in Bayern erhalten zu können, müssen wir ehrlich über Zielkonflikte reden und Widersprüche beim Namen nennen.“

Kombihaltung: BBV will mit Molkereien sprechen

Zum Beispiel in der aktuellen Diskussion um die Anbindehaltung in Milchviehställen setze sich der Bauernverband deshalb für machbare Weiterentwicklungen und gegen eine Fristsetzung ein. „Wir stehen zur Weiterentwicklung, aber das ist dynamischer Prozess, der behutsam vollzogen werden muss“, sagte Heidl und signalisierte gleichzeitig Gesprächsbereitschaft zu den aktuellen Vorschlägen der süddeutschen Molkereien:

„Neben Laufstallhaltung muss Milchviehbetrieben auch die Kombinationshaltung als dauerhafte Perspektive angeboten werden. Der Bayerische Bauernverband ist bereit, gemeinsam mit den Molkereiverbänden praxistaugliche Kriterien für die Kombinationshaltung zu beschreiben.“

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Vorstellungskraft!

Irgendwie kann ich es mir nicht so ganz vorstellen, bzw. sehe ich nicht so ein Riesenproblem bei dem Ausstieg der Briten. Sicherlich wird das Eine oder Andere nicht so einfach werden, verabschieden sich die Briten aus der politischen EU. Aber seien wir ehrlich, die Briten waren in der EU auch noch nie einfach. Die Briten betrieben doch schon immer Rosinenpickerei und spielten das Mimöschen, Zicke oder "Dämchen". Je nachdem was gerade paßte. Wenn sie gehen wollen, ja bitte geh, Reisende soll man nicht halten. Aber hier so ein Drama daraus zu machen, daß finde ich völlig übertrieben. Unsere Damen und Herren Politiker müssen sich dann halt mal auf ihre vier Buchstaben setzen und entsprechende Regel auf den Weg bringen. Die Wirtschaft wird genauso alle Hebel in Bewegung setzen damit ihnen nicht die Felle davonschwimmen. Geht nicht, gibt's nicht. Besonders beim Essen, denn gegessen wird immer.

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