„Dialog war nicht erwünscht“ Premium

Milchviehhalter Robert Volkert engagiert sich seit 30 Jahren für den Schutz von Kiebitzen & Co. Doch mit seinen Einwänden stieß er bei den Initiatoren des Volksbegehrens Artenvielfalt auf taube Ohren. Seine Erwartungen an den Runden Tisch halten sich deshalb in Grenzen.​

Das Festhalten an ihrer Ideologie ist vielen Naturschützern offenbar wichtiger als die Auseinandersetzung mit Fakten.“ Dieses harte Urteil fällt Robert Volkert nach seinen Erfahrungen mit den Initiatoren des Volksbegehrens Artenvielfalt in Bayern.

Der Milchviehhalter aus Schwanstetten im Landkreis Roth, der bereits mit 13 Jahren seine ersten Bienenvölker betreute, ist engagierter Vogelschützer. Seine hofnahen Flächen sind ein Eldorado für Bodenbrüter wie Kiebitz und Lerche. Und in seiner Scheune brüten neben Schleiereulen regelmäßig auch Schwalben und Turmfalken.

Als Volkert vor circa einem Jahr erstmals vom Volksbegehren Wind bekam und sich damit auseinandersetzte, war er sprachlos. „Vieles von dem, was dort gefordert wird, widerspricht meinen jahrzehntelangen Erfahrungen und auch neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen“, erläutert der Landwirt.

Kiebitze mögen Maisäcker (Bildquelle: Blickwinkel)

Kiebitze mögen Maisäcker

Das betrifft vor allem den Kiebitz, mit dem sich Volkert seit 30 Jahren beschäftigt. Damals hat er den Bodenbrüter zum ersten Mal auf seinem Acker hinter dem Hof wahrgenommen. Der Standort, ein sandiger Boden mit hohem Humusanteil und mehreren Wassergräben, behagt dem Vogel offenbar so sehr, dass dorthin immer wieder Paare zum Brüten kommen.

Allerdings nur dann, wenn Mais angebaut wird. Wie aktuelle Forschungsergebnisse bestätigen, ist die Kultur für den Kiebitz deshalb attraktiv, weil Maisfelder zur Zeit des Brutbeginns im April kaum Bewuchs aufweisen. Zudem kann er Feinde auf der vegetationsfreien Flur sehr gut wahrnehmen.

Wenn die Kiebitze brüten, sucht Volkert die Nester und achtet bei der Bewirtschaftung darauf, dass er sie nicht stört. Seit einigen Jahren lockt er die Kiebitze an, indem er im Herbst mit einem Grubber an feuchten Stellen gezielt 3 m breite und etwa 10 m lange Mulden anlegt.

Mulden wirken wie ...

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Artikel geschrieben von

Klaus Dorsch

Redaktionsleiter SÜDPLUS

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Diskussionen zum Artikel

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von Hans-Gottfr. Gresshöner

Kiebitze mögen Sommerungen

Nach meiner Erfahrung brüten Kiebitze am liebsten in Sommerungen,die mit den Küken wachsen. Die Biostationen sind aber an ihre Vorschriften gebunden,Nutzpflanzen sind auf Kiebitzschutzflächen nicht vorgesehen.

von Johann Sickinger

Naturbeobachtung!

Meinen Respekt, Robert Volkert kennt die Zusammenhänge in der Natur. Bei uns im Rottal stellt sich die Situation genauso dar. Kiebitze brüten seit Jahrzehnten immer nur auf den gleichen Flächen, ausschließlich wenn im gleichen Jahr Mais bestellt ist. Und die Gewässerrandstreifen werden zum Gassi gehen mit den Hunden stark frequentiert. Ich glaube auch wie Herr Volkert, die Naturschützer des Volksbegehrens sind die Ewiggestrigen!

von Wilhelm Grimm

Früher haben die Naturschutzverbände sehr viel nützliche Naturschutzarbeit vor Ort beleistet.

Heute machen sie lieber Politik, zum Nachteil der Natur.

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