Hofnahe Schlachtung: Gefragt, aber gefährdet Premium

Regionale Schlachtstätten stehen bei Direktvermarktern hoch im Kurs. Dass ihr Fortbestand trotzdem wackelig ist, zeigen zwei Beispiele aus der Oberpfalz.

Ich möchte meinen Tieren keine langen Transporte zumuten und sie bis zum Schluss begleiten. Daher schätze ich die Möglichkeit, sie hofnah schlachten zu können“, sagt Markus Schaller aus Pleystein (Lkr. Neustadt an der Waldnaab). Der Nebenerwerbslandwirt, der seine Milchviehherde gerade auf Biomutterkuhhaltung umstellt, will künftig ca. zwölf Tiere im Jahr zur Schlachtung an die Bäuerliche Schlachtgemeinschaft Moosbach-Waidhaus e. V. liefern.

Er ist einer von rund 150 Landwirten, die das kleine EU-zugelassene Schlachthaus in Moosbach als eingetragenen Verein betreiben und ihren Mitgliedern – aber auch Nichtmitgliedern – die Schlachtung ihrer Tiere als Dienstleistung anbieten.

Nachfrage steigt

Ursprünglich war der Bau aus dem Jahr 1980 ein reines Notschlachthaus, heute werden dort jährlich über 75 Rinder sowie ein paar Schafe und Ziegen geschlachtet. Der Bedarf steigt seit einiger Zeit: „Vor zehn Jahren schlachteten wir jährlich nur 20 Rinder, mittlerweile sind wir an der Kapazitätsgrenze angelangt!“, berichtet Erika Sauer, Vorsitzende der Schlachtgemeinschaft und gleichzeitig Vorsitzende des Fleischrinderverbandes Bayern. Die Mutterkuhhalterin führt diesen Zulauf auf die wachsende Nachfrage nach regional erzeugtem Fleisch zurück, vor allem aber auf das Engagement der beiden Metzgermeister, Julian Wurdack und Christian Günther.

Sie schlachten die Rinder der Bauern nach Feierabend oder an Wochenenden. Und zwar nicht etwa, weil es ein besonders lukrativer Nebenerwerb für sie wäre. „Mir macht diese Arbe

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Artikel geschrieben von

Silvia Lehnert

Redakteurin SÜDPLUS

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