"Landfrauenarbeit wird vielfältiger werden"

Zu ihrem 70. Geburtstag richteten die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband den Blick in die Zukunft - wollen ihre Werte und Traditionen dabei aber auf keinen Fall aus den Augen verlieren. Bei ihrem diesjährigen Landesausschuss gingen sie auf die kommende Veränderung der Bäuerin und der Lebensmittelproduktion ein.

Neben Landesbäuerin Anneliese Göller (li.) äußerten sich auch Annemarie Biechl (3. v. li.), Susanne Kilian (4. v. l.) Elisabeth Meier (2. v. re.), Katja Ölberger (re.) zu der Frage, wie sie sich die Landfrauenarbeit der Zukunft vorstellen. Dazu legten sie Gegenstände in einen Koffer - hier die BJB-Vorsitzende Tina Stünzendörfer. (Mitte ) (Bildquelle: BBV)

Die Landesfrauengruppe des Bayerischen Bauernverbandes feierte dieses Jahr ihren 70. Geburtstag. Dazu habe sich die Gruppe auch intensiv mit ihrer Geschichte befasst. Bei ihrer letzten landesweiten Tagung im Jahr richtete sich der Blick vor allem nach vorn, so meldet der Bayerische Bauernverband am 6. November aus München.

Damit habe der jährlich stattfindende Landesausschuss der Landfrauen im BBV heuer ganz im Zeichen der Zukunft gestanden.

„In 20 Jahren wird die Landfrauenarbeit noch vielfältiger sein als heute“, sagte Landesbäuerin Anneliese Göller bei einer Diskussion im Rahmen des Landesausschusses in Herrsching.

Themen wie die Agrarpolitik oder die Digitalisierung werde die kommende Generation in der Landfrauenarbeit stärker beschäftigen. Daneben würden die klassischen Themen Bildungsarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Brauchtumspflege weitergeführt.

Bäuerin bleibt das Herz des Hofes

Die Bäuerin wird für Anneliese Göller weiterhin das Herz des Hofes sein und alles zusammenhalten.
Sie werde sich demnach nicht nur um Familie und Kinder kümmern, sondern auch auf oder außerhalb des Betriebs erwerbstätig sein.

„Das Bäuerinnenbild wird vielfältiger", meint Göller. Laut ihrer Aussage werde der Anteil der Betriebsleiterinnen sowie derjenigen, die eigenständig einen Betriebszweig bewirtschaften, steigen.
Gleichzeitig werde sich der Trend nach Qualifizierung fortsetzen. "Zudem wird es mehr Frauen geben, die nicht aus der Landwirtschaft kommen und ihren Beruf weiterführen", merkt die Landesbäuerin an, „doch auch diese Frauen stehen hinter dem Betrieb und tragen seine Ausrichtung mit.“

Wie essen wir in Zukunft?

Von der Zukunft der Landfrauen zur Zukunft unserer Ernährung: „Essen wir bald anders?“ – dieser Frage ging Prof. Dr. Peter Stehle von der Universität Bonn in seinem Vortrag nach.
Stehle stellte die These auf, dass sich die Rahmenbedingungen für die Lebensmittelproduktion in den nächsten Jahren verändern werden.

Drei Gründe sieht er hierfür: zum einen neue Methoden in der Landwirtschaft (z. B. Genome Editing), aber auch geänderte Rezepturen in der Lebensmittelindustrie (z. B. Reduktion von Zucker, Salz und Fetten) oder neue Lebensmittel (neue Eiweißquellen wie Insekten).

Zudem geht Stehle davon aus, dass sich Ernährungskonzepte künftig stärker individualisieren werden. Dabei würden Erkenntnisse über die individuelle genetische Ausstattung oder über die Wechselwirkungen zwischen Genom, Ernährung und Stoffwechsel genutzt, um Verhaltensempfehlungen aufzustellen.

Diskussionsrunde „… und wie sehen wir uns in 20 Jahren?“

Neben Landesbäuerin Anneliese Göller äußerten sich fünf weitere Frauen zu der Frage, wie sie sich die Landfrauenarbeit der Zukunft vorstellen: Ehrenlandesbäuerin Annemarie Biechl, die dlv Jungunternehmerin des Jahres Elisabeth Meir, Katja Ölberger als Vertreterin des Netzwerks „Junge Landfrauen“, die Vorsitzende der Bayerischen Jungbauernschaft Tina Stünzendörfer und die ehemalige Grundkurssprecherin Susanne Kilian.

Sie alle brachten je ein symbolisches Geschenk mit, das die Landfrauen die kommenden 20 Jahre auf ihrem Weg unterstützen und begleiten solle. So wollten sie vor allem ihre gesetzten Ziele erreichen und Veränderungen wagen und dabei ihre Traditionen und Werte bewahren.


"Es erfordert Courage, zu seinen Vorstellungen und Traditionen zu stehen“, sagte die erfolgreiche Jungunternehmerin Elisabeth Meir, die beispielsweise ein Fläschen Mut mitbrachte.

Der Landesausschuss ist das höchste Gremium der Landfrauengruppe im Bayerischen Bauernverband.
Hier ziehen die Landesbäuerin und ihre Stellvertreterinnen unter anderem Bilanz über das abgelaufene Jahr, würdigen engagierte Arbeit der Kreis- und Bezirksverbände oder geben einen Überblick über die geleisteten Arbeit in den Gremien.

Artikel geschrieben von

Berenike Kröck

Redaktion Südplus

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