Erste Einblicke in die indianische Landwirtschaft und Kultur

[09.08.2012]


Wüstenlandschaft von New Mexico Wüstenlandschaft von New Mexico Zwei Wochen verbringen wir in Santa Fe bei einer Freundin aus Tirol. Seit 25 Jahren lebt sie schon hier und kennt sich dementsprechend gut in der Gegend aus. Sie nimmt uns zu einigen Ausflügen mit, wie zum Beispiel zu den unglaublich beeindruckenden Kasha Katuwe Tent Rocks. Hier wandern wir an bizarren Felsformationen und durch Slot Canyons auf eine Anhöhe, die uns einen atemberaubenden Rundumblick auf das karge Wüstenland- und Indianerland New Mexico ermöglicht.
 
Die Tent Rocks liegen in der Nähe des Cochiti Indianerreservates. Die Cochiti sind Nachfahren der Puebloindianer die früher im Bandelier National Monument gelebt haben. Rund um Santa Fe gibt es viele weitere Indianerreservate. Dazu gehören zum Beispiel San Ildefonso, Santo Domingo, Santa Clara, San Felipe und die Zuni Pueblos. Die Reservate sind selbständige Staaten, die nicht den Gesetzen der USA unterworfen sind. Sie haben eigene Gesetze, eine eigene Polizei und eigene Regierungen, die Reservate sind sozusagen Löcher in der Landkarte der USA. Daher stehen auf vielen Indianergebieten Casinos, womit sich hier richtig viel Geld verdienen lässt, weil das Glücksspiel in den meisten Gegenden der USA verboten ist.
Viele Indianer hier sind katholisch, wovon stets eine Kirche mitten in den Reservaten, die nichts anderes als kleine Dorfgemeinschaften sind, zeugt.

Die indianische Geschichte ist hier überall präsent, ganz besonders im Bandelier National Monument, einem Schutzgebiet das über 33 000 acres, das sind ca. 13.000 ha, umfasst.
 
Eingang zu einer Kiva im Badelier National Monument in New Mexico Eingang zu einer Kiva im Badelier National Monument in New Mexico Die Gegend war bereits vor über 10 000 Jahren Heimat der Anasazi Indianer, die auch Pueblo-Vorfahren genannt werden und deren Name in der Hopi Sprache „Die Alten“ bedeutet. Sie haben in großen Teilen Arizonas, Utahs, Colorados und New Mexicos gelebt. Ein Pueblo ist ein Dorf mit einer speziellen Bauweise aus Stein, Sand und Lehm, wie man sie zum Beispiel heute noch in Santa Fe findet. Alle Indianer die in solch einem Pueblo gelebt haben, werden als Puebloindianer bezeichnet. Ruinen solcher Pueblos findet man zum Beispiel im Bandelier National Monument.
 
Bei unserem Besuch werden wir direkt in eine lang vergangene Zeit entführt. In den Berghängen kann man über Holzleitern in früher von den Indianern bewohnte Höhlen klettern, man kann in Kivas, kreisförmige in den Boden eingelassene religiöse Versammlungsstätten steigen und durch eine ehemalige Wohnsiedlung der Anasaziindianer spazieren.
 
Leiter zu einer Wohhöhle der Puebloindianer Leiter zu einer Wohhöhle der Puebloindianer Die Puebloindianer waren allesamt Farmer, die vor allem Mais, Bohnen und Squash, eine in den USA weit verbreitete Kürbisart, angebaut haben. „Die drei Schwestern“ wie diese drei Grundnahrungsmittel der Puebloindianer auch genannt werden, lieferten alle nötigen Proteine und Vitamine zum Überleben. Zusätzlich wurden noch Wildpflanzen verzehrt und Rehe, Hasen, Säugetiere und Vögel gejagt. Durch die Schwierigkeiten, in dem ariden Gebiet überhaupt erfolgreich etwas anzubauen, haben die Anasaziindianer schon früh Wasser sparende Anbautechniken entwickelt. Damit waren sie nicht die ersten, hatten doch die Hohokam, ebenso ein neolithischer Indianerstamm, in der Nähe von Phoenix bereits mit komplizierten Anlagen die Wüste bewässert und fruchtbar gemacht.


Die Anasazi verwendeten Bimsstein aus der Gegend, der durch seine leichte und löchrige Struktur wie ein Schwamm wirkt, als Mulch, um in der trockenen Gegend Pflanzen anzubauen. Der Bau von Terrassen, Dämmen und so genannten „waffle gardens“ in denen die Pflanzen in einer Vertiefung umgeben von einem kleinen Erdwall wuchsen, half auf dem trockenen Standort zu überleben. Außerdem spendete der Sonnen liebende und hoch wachsende Mais, den anderen Pflanzen Schatten.
 
Auch Haustiere hatten die Pueblo Vorfahren bereits. Sie züchteten Truthähne für Federn und zum Essen und Hunde als Gefährten. Werkzeuge wie Messer, Äxte und Hämmer wurden aus Tierknochen, Holz und lokalen Gesteinen wie dem scharfkantigen Obsidian und harten Basalt hergestellt.
 
Stämme in der Übersicht Zwischen 1300 und 1450 n. Chr. verschwanden die Anasazi auf mysteriöse Weise, ebenso wie die Hohokam und ein weiterer neolithischer Stamm, die Singua. Die Anasazi haben ihre Wohnstätten verlassen, als würden sie bald wieder zurück kehren. Man nimmt an, dass eine lang anhaltende Trockenheit die Stämme vertrieben hat und sie sich in Dörfern entlang des Rio Grande niederließen. Dürren und eine darauf folgende Hungersnot und Überschwemmungen, die die Bewässerungssysteme zerstörten, waren für den Untergang der Hohokam Kultur verantwortlich.
 
Der Besuch am Bandelier National Monument war ein wirklich beeindruckendes Erlebnis und hat meine Neugier auf indianische Kultur und vor allem auf ihre Landwirtschaft geweckt. Auf unserer Reise durch die 4 Corners Region werden wir noch einige Male die Gelegenheit haben, mehr über die Kultur und Landwirtschaft verschiedener Stämme zu erfahren.
 
 
 
 

  • Wüstenlandschaft New Mexico
  • Eingung zu einer Kiva im Badalier National Monument New Mexico
  • Kiva im Badalier National Monument New Mexico
  • Leiter zu einer Wohnhöhle der Puebloindianer in New Mexico
  • Renate wandert im Slot Canyon, Tent Rocks, New Mexico
  • Ruinen einer Pueblo Wohnsiedlung im Badalier National Monument New Mexico
  • Santa Fe
  • Slot Canyon bei den Tent Rocks in New Mexico
  • Indianerstämme in der Übersicht
  • Tent Rocks New Mexico

Leserkommentare


Keine Kommentare vorhanden

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Jetzt ins Praktikum!

Wenn nicht jetzt, wann dann?

top agrar Auslandstagebücher über Auslandspraktika junger Landwirte

Ein Betriebspraktikum bietet die einmalige Chance, einen weiten Blick über den Tellerrand zu werfen und die Erfahrungen für sich und den eigenen Hof zu nutzen. Stöbern Sie doch einfach mal durch die vielen Tagebücher unserer jungen Schreiber...

Die Veranstalter

"Internationale Bildungsarbeit/Praktikantenaustausch"

Hier erfahrt ihr alles zu den Veranstaltern, wie dem Programm des DBV, IFYE, WWOOF oder Apollo. Was sind die Teilnahmebedingungen, was kostet das und wer kann weiterhelfen?

Interessante Produkte


traktorpool

weitere Angebote