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Verschollen

Liebe Blog-Leser, kennt ihr das? Etwas verschwindet. Etwas, das gerade noch bei euch war, verschwindet einfach so, spurlos. Ist total unauffindbar!

So ging es mir neulich. Ich habe einen Vormittag Zeit und nehme mir die Buchführung vor. Dazu gehört eine schöne große Tasse Tee, mehr so eine Teebadewanne, mit 0,4 Litern Inhalt, und mein Lieblingskuli. Der zeichnet sich dadurch aus, dass er genauso gefällig und leichtführig in der Hand liegt, wie die Treckermarke, für die er wirbt.

Die Aktenordner liegen noch nicht ganz auf dem Tisch, der erste Schluck Tee rinnt mir durch den Körper, da läutet es an der Tür. Saatgut wird gebracht. Wohin? Bitte kontrollieren und unterschreiben. Ich wende mich wieder dem Aktenordner zu, nehme den Lieblingskuli in die Hand, da klingelt das Telefon erneut. Der Tierarzt brüllt nur knapp in den Hörer: „Komme jetzt sofort um Trächtigkeiten zu untersuchen.“ Na prima, jetzt habe ich die Wahl, entweder den Eheliebsten im weiten Areal des Hofes zu suchen oder selber in den Stall zu gehen. Da Letzteres ein anderes Outfit erfordert, suche ich also den Chef. Zurück im Haus wechseln sich das Telefon und die Türklingel ab.

Nach über einer Stunde sinke ich erschöpft an meine Akten, greife zur Teetasse und will den Lieblingskuli in die Hand nehmen. Aber da ist – Nichts! Weder Teebehältnis noch leichtführiges Schreibgerät sind da, wo sie vorher waren. Ich suche und suche. Außer mir war niemand hier! Ich finde beides nicht wieder und begebe mich nachdenklich ans Mittagessen kochen.

Abends, beim Büroaufräumen, finde ich die inzwischen stark abgekühlte Tasse mit Tee. Hinter einem Berg mit Aktenordnern, ganz hinten im Regal hat sie sich versteckt. Die muss ich da unbemerkt in der Hektik abgestellt haben, erinnern kann ich mich nicht daran. Aber da außer mir keiner hier war….

Das gute, gefällige Schreibuntensiel gerät mit zwei Tage später beim Durchforsten meiner Aktentasche in die Hände, als ich den Autoschlüssel suche…Gut, dass wir noch ein Auto haben, denn der Schlüssel ist zurzeit nicht auffindbar. Und daran trage ich keine Schuld. Die Dinge haben scheinbar eine Eigendynamik.