Unterwegs mit den Agro-Truckern Premium

Mit einem brandneuen Vorführ-MAN waren wir einen Tag beim Unternehmen Agrolohn unterwegs. So konnten wir Vorteile und Grenzen von Agrotrucks selbst erfahren.

Wenn Robert Schmid die Wahl hat, ist er lieber mit dem Lkw unterwegs. Schmid ist Mitarbeiter beim Lohnunternehmen Agrolohn in Neukirchen bei Passau und hat den direkten Vergleich. Er fährt Traktor und ist im Jahr 1500 bis 1700 Stunden mit seinem Agrotruck unterwegs. Sein Chef Roland Kobler hat zurzeit vier Agrotrucks im Einsatz: Davon drei MAN mit Sattelkupplung und Ackerbereifung sowie ein Fahrzeug mit vier Achsen und festem Aufbau.

Im Mai hatten wir einen Tag die Gelegenheit, mit Koblers Fahrern zu sprechen und selbst einen brandneuen MAN-Vorführer TGS 18.500 plus Fliegl Abschieber beim Grashäckseln einzusetzen. In unserer Kombination aus Fahrbericht und Reportage wollen wir mehr über den praktischen Einsatz der Agrotrucks erfahren. Denn der Einsatz von Lkw in der Landwirtschaft wächst rasant. Das bestätigt auch Johann Schuster, der sich bei MAN um diesen Bereich kümmert und uns an diesem Tag begleitete.

Roland Kobler hat bereits 2006 zusammen mit Fliegl eine spezielle Ausführung der Agrotrucks entwickelt. Seitdem hatte er zwei Versionen im Einsatz: Solofahrzeuge mit vier angetriebenen Achsen (8 x 8) und zweiachsige Sattelzugmaschinen mit Allradantrieb. Seine Sattelfahrzeuge sind generell mit zweiachsigen Aufliegern unterwegs. Deren zweite Achse ist nachlaufgelenkt und sperrt sich, sobald der Fahrer den Rückwärtsgang einlegt oder schneller als 25 km/h fährt. Damit die Achse sicher sperrt, muss sie in gerader Fahrtrichtung stehen, was bei engen Rangierarbeiten gewöhnungsbedürftig ist – sie öffnet bei jedem Vorwärtszug wieder.

Zweiachsige Auflieger:

Durch den Achsabstand des Aufliegers von mehr als 1,80 m darf jede Achse 10 t tragen. Dazu kommen hier ca. 11 t Aufsattellast bei einem Lkw-Radstand von 3,90 m, ohne die gesetzlichen Achslasten zu überschreiten. Technisch wären 9 t vorne und 13 t hinten möglich. Teils setzt Kobler auch auf den etwas kürzeren Radstand von 3,60 m, um den Zug etwas wendiger zu machen, was etwas auf Kosten der Sattellast geht. Die Lkw laufen bei Agrolohn häufig in Kombination mit einem Gülleauflieger (24 m³) oder dem Abschieber. Einige erledigen auch Tiefladertransporte.

In der genannten Ausführung liegt das zulässige Gesamtgewicht des vierachsigen Agrarsattelzuges bei 38 t. Ein Dreiachser würde nur 2 t mehr bringen – abzüglich des Gewichts der dritten Achse bliebe knapp 1 m3 mehr Güllevolumen bzw. eine knappe Tonne mehr Ladung. Dafür ist der Zweiachser deutlich wendiger und bei engen Wenderadien schonender zum Boden. Der zweiachsige Auflieger ist zudem günstiger, der Reifenverschleiß geringer. Martin Bauer von Fliegl sagt, dass ca. 90 % der dort ausgelieferten Agrar-Abschiebe- Auflieger auf einem zweiachsigen Achs-aggregat aus dem Werk rollen.

Das Leergewicht der Standardkombination bei Agrolohn beträgt 17,4 t, der kompaktere 8x8-Lkw bringt leer 17,6 t auf die Waage. Der Vierachser darf durch den geringeren Achsabstand aber nur bis 32 t beladen werden. Auch hier punktet die ...

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