Erfahrungsausstausch

Was bringen Wetterstationen im Feld? Premium

Ackerbauern in Mecklenburg-Vorpommern haben eine elektronische Feldwetterstation und die entsprechende App getestet. Wir waren bei ihrem Erfahrungsaustausch dabei.

Wie viel hat es geregnet, wie hoch sind Feuchte und Temperatur im Bestand? Feldwetterstationen liefern dazu exakte und aktuelle Daten. Per Datenfunk geht es in die Cloud und eine App hilft dem Landwirt, zu entscheiden, ob z.B. eine Fungizidbehandlung unmittelbar notwendig ist oder noch warten kann.

Lemken hat auf der Agritechnica 2017 die Beteiligung an AppsForAgri bekanntgegeben. Das niederländische Unternehmen entwickelt Apps, die mit Feldwetterstationen verbunden sind. Zusammen mit dem Pflanzenschutzunternehmen Adama und Lemken haben fünf Praktiker aus Mecklenburg-Vorpommern die Stationen in der Praxis getestet. Dabei ging es um die Frage, wie die Wetterdaten vom Feld und die Auswertung durch die App den Landwirten bei ihren Entscheidungen im Pflanzenschutz helfen können.

Neutraler Testeinsatz

Weil der Test unabhängig und ergebnisoffen angelegt war, hat top agrar sich an den Gesprächen mit den Landwirten beteiligt. Schließlich wollten wir wissen, wie Ackerbauprofis die Möglichkeiten dieser Technik einschätzen. Bei einem Termin in Sternberg haben wir unter anderem mit den Landwirten Viktor Stamer (Gammelin), Eckhard Muckermann (Wamckow) und Tim Diedrich (Grevesmühlen) diskutiert. Die Betriebsgrößen der Landwirte liegen zwischen 1500 und 4000 ha. Alle drei hatten seit Beginn des Jahres ein bis zwei Stationen im Einsatz. Eine Station stand in einem Kartoffelschlag, eine in Triticale, die anderen im Weizen.

Das System setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Der Wetterstation im Feld und einer App fürs Smartphone. Die App speichert alle wichtigen Daten, bietet eine 14-tägige Wettervorhersage, hat ein Prognosemodul zur Entwicklung der wichtigsten Pflanzenkrankheiten und schlägt passend zu unterschiedlichen Mitteln den optimalen Behandlungszeitpunkt vor.

Station mit Regenmesser

Die weiße Feldstation ist stabförmig. An ihrem Kopf ist ein Regenmesser montiert, der mit einer Art Kippwaage arbeitet. Damit diese zuverlässig funktioniert, muss die Station absolut senkrecht stehen. Außerdem sollte die Waage regelmäßig gereinigt werden.

Neben dem Regenmesser gibt es in 75 cm Höhe einen Sensor für die Temperatur und Luftfeuchte über dem Bestand. Ein ähnlicher Sensor sitzt zudem in 25 cm über dem Boden und erkennt Temperatur und Feuchte im Bestand. Die Landwirte fanden die Position für einige Kulturen zu hoch und regten an, ihn künftig eventuell höhenverstellbar zu machen. Außerdem kann die Station die Bodentemperatur in 5 und in 20 cm Tiefe messen. Zwei der Praktiker hat sich beim Start der Maissaat nach diesen Werten gerichtet.

Auf einen Windmesser haben die Konstrukteure der Station übrigens bewusst verzichtet. So dicht über dem Bestand gibt es oft Verwirbelungen, so dass eine vernünftige Aussage nicht möglich ist. Die verbundene App greift dafür – wie bei einigen anderen Werten wie z.B. der Strahlungsintensität – auf Daten der nächsten offiziellen Wetterstation in der Nähe zurück. Als Stromquelle dient eine Fünf-Jahres-Batterie. Die Station überträgt die Daten mit dem recht neuen System SigFox, das unabhängig vom Mobilfunknetz arbeitet. Zwei Mal pro Stunde sendet die Station über dieses Niedrigfrequenz-Netzwerk ihre aktuellen Daten an den Cloudserver.

Die Funkgebühren sind bereits im Preis der Stationen enthalten. Der französische Betreiber baut das SigFox-Netzwerk derzeit noch auf. Viktor Stamer hat festgestellt, dass die Netzabdeckung des neuen Daten-Dienstes noch nicht optimal ist. Es sei schwer, auf Basis der vorhandenen Daten bei der Standortsuche vorher abzuschätzen, ob es wirklich funktioniert. Im Test gab es teils auch wiederkehrende Ausfälle zu ...

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Artikel geschrieben von

Guido Höner

Chefredakteur top agrar

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