Ackerbauprojekt: Künftig alles in festen Reihen?

Weniger Pflanzenschutz und Dünger, gleiche Erträge und mehr Biodiversität – ob sich das unter einen Hut bringen lässt, soll das neue Projekt „Controlled Row Farming“ zeigen.

Farm to Fork, Ackerbaustrategie und Insektenschutzpaket – politisch stehen derzeit alle Zeichen auf Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und Förderung von Biodiversität. Doch lassen sich diese Ziele mit einem effizienten, ertragreichen und wirtschaftlich tragfähigen Ackerbau in Einklang bringen?

An dieser Frage setzt das Projekt Controlled Row Farming, kurz CRF, an. Initiiert wurde es 2020 von den Firmen Amazone, Schmotzer und Agravis. Kern davon ist ein vollkommen neues Ackerbauverfahren, das auf feste Reihenabstände aller Kulturen setzt. Das soll z.B. den Anbau von Untersaaten zur Förderung der Artenvielfalt und einen effizienteren Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ermöglichen.

Im Mittelpunkt steht die 50er-Reihenweite

Im Projekt wählte das Team eine fixe Reihenweite von 50 cm für alle Kulturen – Getreide wird in einer Doppelreihe von 2 x 12,5 cm angebaut. Dadurch ergeben sich folgende Vorteile (siehe Übersicht 1):

  • In allen Kulturen wird der Einsatz einer Hacke gegen Unkräuter und -gräser möglich. Kombinieren lässt sich das Hacken mit einer Bandapplikation von Herbiziden auf die Reihe. Zudem ist in höheren Beständen bei Fungizidbehandlungen die Anwendung reihenbezogener Systeme wie z.B. Dropleg-Düsen denkbar. Diese Maßnahmen reduzieren und präzisieren den Pflanzenschutz.
  • In den Reihenzwischenräumen lassen sich Untersaaten anlegen. Diese sorgen für eine Fixierung von Nährstoffen, bieten Erosionsschutz und fördern die Biodiversität.
  • Die Düngung muss nicht mehr flächig erfolgen, sondern kann reihenweise durchgeführt werden. Auch eine platzierte Unterfuß/-flurdüngung ist machbar. Speziell im Getreide ist es möglich, mit Schleppschläuchen Flüssigdünger mittig in der Doppelreihe abzulegen. Die Maßnahmen verbessern somit die Ausnutzung der Nährstoffe und mindern den Düngereinsatz.

Einen weiteren Vorteil sehen die Projektinitiatoren darin, dass man bei dem System die feste 50 cm-Reihenweite im nächsten Jahr abhängig von der Fruchtfolgestellung versetzen kann. Dann lassen sich auch die Vorfruchteffekte z.B. der Untersaat nutzen.

Das System im Test

Ob sich dieses Ackerbaukonzept mit den genannten Vorteilen in der Praxis umsetzen lässt, welche Erträge sich damit erzielen lassen und ob es gegenüber konventionellen Verfahren wirtschaftlich ist, wird auf dem Versuchsbetrieb Gut Wambergen von...