Wurzeln und Bestockung

Auxine und Cytokinine steuern das Wachstum

Nach der Keimung hat die Wurzelbildung Priorität, um die Pflanze sicher zu verankern und zu versorgen. Noch bevor der Spross aufläuft, kann die Keimwurzel von Getreide 8 bis 10 cm lang werden. Die Wurzelspitzen bilden verschiedene Hormone, die sowohl das Wurzelwachstum selbst (Auxine, Brassinosteroide) als auch die oberirdische Entwicklung (Cytokinine) steuern. Wird die Hauptwurzel beschädigt, oder stößt sie auf ein Hindernis (Stein, Verdichtung), bilden sich umgehend Seitenwurzeln. Die in den wachsenden Wurzelspitzen gebildeten Cytokinine bleiben aber nicht in den Wurzeln, sondern gelangen über das Xylem (Leitbahnen für Wasser und Nährstoffe) in den Spross, um dort die Zellteilung und -streckung voranzutreiben. Stoßen die Wurzeln früh auf Verdichtungen, bilden sie mehr Wurzelspitzen und damit auch mehr Cytokinine. Oberirdisch entwickeln sich diese Pflanzen anfangs oft besser als Pflanzen, deren Wurzeltiefgang im Vordergrund steht. Langfristig gesehen sind sie durch den geringeren Tiefgang aber anfälliger gegenüber Trockenheit.

In der Wurzel gebildete Cytokinine begünstigen im Kurztag den Austrieb von Seitenknospen, also die...