Beregnung – über Rechte und Trends Premium

Effiziente Regner können vor Dürreschäden schützen. Was Einsteiger und versierte Praktiker rechtlich beachten müssen, dazu haben wir Ekkehard Fricke von der LWK Niedersachsen befragt.

Nach dem Dürrejahr 2018 überlegen viele Landwirte, ob eine Beregnung für sie sinnvoll ist. Was müssen Einsteiger bei der Genehmigung beachten?

Fricke: Jede Nutzung eines Gewässers – sei es ein Oberflächengewässer (Flüsse, Kanäle, Teiche, Seen) oder Grundwasser – ist genehmigungspflichtig. Die Genehmigung kann eine Erlaubnis oder Bewilligung sein. Für die landwirtschaftliche Bewässerung werden in der Regel Erlaubnisse erteilt.

An welche Behörde muss man den Antrag stellen und welche Unterlagen sind dafür erforderlich?

Fricke: An die Untere Wasserbehörde, die bei der jeweiligen Landkreisverwaltung ansässig ist. Folgende Unterlagen sind einzureichen: Vorhabensbeschreibung, Wasserbedarfsermittlung, Karten, Lagepläne, Brunnenausbauprofil, Schichtenverzeichnis und ein hydro-geologisches Gutachten.

Tipp: Vor Zusammenstellung der Unterlagen und Antragseinreichung sollte man den jeweiligen Landkreismitarbeiter persönlich aufsuchen und das Vorhaben erläutern. Meistens bekommt man dann genau gesagt, was eingereicht werden muss.

Gelten für die Genehmigung von Tiefbrunnen im Vergleich zu Flachbrunnen besondere Anforderungen?

Fricke: Im Prinzip nicht. Bei jeder Wasserentnahme muss vorher ermittelt werden, wie sich die beantragte Entnahme auswirken könnte. In Niedersachsen gibt es dazu einen Leitfaden zur Entnahme bzw. eine Rangfolge. Falls möglich, sollte oberflächennahes Grundwasser – demnach aus dem ersten Grundwasserleiter – gefördert werden. Sollte sich das aber schädlich auf z.B. grundwasserabhängige Landökosysteme auswirken, ist auch eine Entnahme aus tieferen Grundwasserleitern möglich.

Viele Landwirte haben einen hohen Anteil an Pachtflächen. Dürfen sie dort Beregnungsbrunnen bohren?

Fricke: Brunnen sollte man möglichst auf Eigenland bohren. Falls dies nicht möglich ist, sind Standorte auf Pachtflächen auch kein Problem. In diesem Fall empfiehlt es sich aber, vertraglich zu vereinbaren, wer nach Pachtende Eigentümer des Brunnens ist oder die Nutzungsrechte hat. Dabei sollte es auch um eine eventuelle Entschädigung des Restwertes der Brunnen gehen.

Was ist beim Verlegen der Leitungen zu beachten? Welche Genehmigungen sind erforderlich, falls Flächen anderer Landwirte dabei betroffen sind?

Fricke: Als Zuleitungen nutzt man in...

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Artikel geschrieben von

Matthias Bröker

Redakteur Ackerbau/Grünland

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