Biogas: ZweimalGetreide schlägt Mais Plus

Erst Wintergetreide-GPS, dann neue speziell für Biogas gezüchtete Sommergetreidesorten – damit können Sie den Maisertrag toppen. Auf welchen Standorten das gelingt und was beim Anbau zu beachten ist, erklärt Dr. Martin Schmid, LWK Nordrhein-Westfalen.

Immer mehr Landwirte bauen Winter- und nachfolgend Sommergetreide als Ganzpflanzensilage für den Fermenter an. Neue, massenwüchsige Sommertriticale- und Hafersorten versprechen Mehrerträge von über 30%. Somit kann die Kombination den Mais als Spitzenreiter unter den Substraten im Ertrag schlagen – vorausgesetzt, der Standort passt. Die Vorteile dieses Zweifruchtsystems:

  • Wer im Rahmen des Greenings noch eine weitere Hauptfrucht benötigt (Anbaudiversifizierung), kann mit Getreide enge Maisfruchtfolgen auflockern.
  • Insbesondere in Regionen mit hohen Pachtpreisen senken die höheren Biomasseerträge des Systems die Flächenkosten.
  • Die Produktionstechnik ist bekannt.
  • Das Erntegut lässt sich flexibel als Biogassubstrat oder für die Fütterung nutzen. Steht Sommergerste nach früh räumender Wintergerste, ist auch eine Körnernutzung möglich.
  • Der Anbau von Sommerungen bindet Nährstoffe (Wasserschutz), verbessert die Bodenfruchbarkeit und schützt zusätzlich vor Erosion.
  • Treten beim Mais jahresabhängig Mindererträge auf, kann man mit dem Zweifruchtsystem das betriebliche Risiko streuen.

Wasser ist wichtig:

Wie hoch die Erträge von Sommergetreide-GPS als Zweitfrucht ausfallen, hängt vor allem vom Wasserangebot ab. Neben der nutzbaren Feldkapazität (nFK) des Standortes bestimmen die Niederschlagsmengen rund um den Saat-termin die Massenentwicklung.

Tipp: Beobachten Sie vor dem Anbau die Wetterlage! Ist es Anfang Juli in Deutschland kühl-feucht und sind die Bodenwasservorräte noch nicht verbraucht, stehen die Chancen gut, dass die Zweitfrucht gelingt. Liegt dagegen in dieser Zeit ein beständiges „Hoch“ über Mitteleuropa mit langfristig niederschlagsfreiem Trend, sollte das Saatgut besser im Sack bleiben. Das gilt vor allem, wenn die Böden zusätzlich ausgetrocknet sind.

Ertragsstarke, gesunde Sorten:

Die Züchter haben in den letzten Jahren intensiv an neuen, ertragsstarken Sorten mit guter Krankheitsresistenz gearbeitet, die sich speziell für die Biomasseproduktion eignen. Nach mehrjährigen Wertprüfungen im gesamten Bundes-gebiet hat das Bundessortenamt eine Triticale- und Hafersorte zugelassen.

Abhängig von der Standortgüte bringt die Sommer-GPS-Triticale Team PZO Erträge von 6 bis 8 t/ha TM. Das zeigen die Ergebnisse der Landessortenversuche. Die Sorte zeichnet sich durch hohe Krankheitsresistenz, insbesondere gegenüber Mehltau und Rostkrankheiten aus. Die standfeste Sommertriticale war bei optimaler Aussaat um den 5. Juli deutlich ertragsstärker als bisher angebaute...

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