Biostimulantien – schlummerndes Potenzial? Plus

Die Wirkung von Biostimulantien ist umstritten. Es mangelt an wissenschaftlichen Beweisen. Forscher der Uni Kiel präsentieren nun erste Ergebnisse eines Langzeitversuches mit Phosphit.

Pflanzenschutz und Düngemittel stehen zunehmend in der gesellschaftlichen Kritik. Die Politik reagiert darauf mit umfangreichen gesetzlichen Einschränkungen, um die Einträge in die Natur zu reduzieren. Gleichzeitig spezialisieren sich die Betriebe und haben die Fruchtfolge lange eingeengt. Dadurch sind die Erträge seit Jahren stagnierend oder sogar rückläufig. Die Frage, die sich den Landwirten stellt: Wie können trotz dieser Entwicklung Erträge in hoher Qualität und Menge wirtschaftlich sichergestellt werden – gibt es neue Wege?

Biostimulantien als Ausweg?

Zukünftig könnten sich sogenannte Biostimulantien zu einem wichtigen Baustein im integrierten Pflanzenbau entwickeln, um den Ertrag zu sichern und die Nährstoffeffizienz zu steigern. Das zeigt z.B. der dargestellte Langzeitversuch mit Phosphit. Der wesentliche Unterschied von Biostimulantien zu Pflanzenschutz- oder Düngemitteln besteht darin, dass ein Effekt nicht durch die Substanz direkt entsteht. Vielmehr lösen sie bestimmte Reaktionen innerhalb der Pflanze aus und wirken somit indirekt. Insgesamt können Biostimulantien ganz unterschiedliche Wirkungen hervorrufen, wie gesteigertes Wurzelwachstum, bessere Nährstoffverfügbarkeit, höhere Erträge, besserer Schutz vor Wetterextremen wie z.B.Trockenheit oder Steigerung von Qualitätsmerkmalen.

Biostimulatoren sind nicht neu im Ackerbau, führten aber in der Vergangenheit eher ein Nischendasein, da es ausreichend Alternativen gab. Die zunehmenden Probleme im Ackerbau rücken sie aber weiter in den Fokus.

Ist der Hype berechtigt?

Diese Frage stellte sich 2004 auch das Institut für Phytopathologie der Uni Kiel. Man war davon überzeugt, dass nur wissenschaftliche Belege eine breite Akzeptanz für diese Produktgruppe schaffen können. Die Wissenschaftler starteten mit Phosphit, der reduzierten Form des Phosphates, fortlaufende Feldversuche im Raps. Das Ergebnis: Ein fungizider Einfluss zeigte sich zwar nicht. Aber der Rapsertrag lag im Mittel von 14 Jahren um 2,45 dt/ha höher, als die unbehandelte Kontrollvariante. Der Raps nutzte das Nährstoffangebot besser aus und setzte zudem mehr Schoten an.

Die Gründe, warum man sich an der Kieler Uni auf eine anorganische Verbindung konzentrierte war, dass hier alle Produktinhaltsstoffe messtechnisch exakt erfasst werden können und die Umweltbedingungen bei der Ausbringung eine nicht so große Rolle spielen, wie bei sogenannten biologischen Präparaten (Algenextrakte oder Mikroorganismen). Auf Phosphit fiel die Wahl, da bereits in den 90iger Jahren internationale Studien von positiven Effekten der reduzierten Form von Phosphat berichteten. Die Blätter und Wurzeln nehmen Phosphit ähnlich schnell auf, wie das Phosphat aus den Grundnährstoffdüngern. Jedoch ist die Düngewirkung des Phosphits als gering einzustufen, da die Pflanze es nicht zu Phosphat umwandeln kann. Dennoch erschienen zahlreiche Publikationen in den letzten Jahrzehnten, die von einem gesteigerten...

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