Cercospora: Profiteur des Klimawandels Plus

Der Cercosporapilz lässt sich in Rüben nur noch durch das Zusammenspiel von gesunden Sorten, exakten Monitorings, digitalen Prognosemodellen und wirksamen Fungiziden in Schach halten.

Wegen den zunehmenden Extremwetterlagen leugnet kaum noch jemand den Klimawandel. Auch zurzeit zeichnet sich ein „erwärmtes“ Wettergeschehen ab. Eine Folge: Krankheiten und Schädlinge treten künftig stärker auf. Doch beeinflusst dies den Ertragsfortschritt von Rüben?

Rübe: Gewinner oder Verlierer des Klimawandels?

Aktuellen Schätzungen zufolge lässt sich in etwa die Hälfte des Ertragsfortschritts bei Rüben auf den CO2-Anstieg und den Klimawandel zurückführen. Die andere Hälfte sind verbesserte Sorten und innovative Anbaumaßnahmen. Je nach Region unterscheiden sich die Auswirkungen dieser Faktoren allerdings erheblich.

In kühlen Regionen könnten die Erträge durch höhere Niederschläge noch steigen. Krankheiten oder Schädlinge nehmen hier eher maßvoll zu. In einigen Gebieten leiden die Bestände im Sommer jedoch unter Hitzestress. Für den Südwesten belegt unsere Forschung, dass die höheren Temperaturen das Auftreten von Blattkrankheiten und Schaderregern massiv fördern.

So bleibt die Frage, ob die Rübe ihr Ertragspotenzial trotz dieser negativen Einflüsse in Zukunft wirklich nutzen kann. Die Beobachtungen der letzten drei Jahre im Südwesten zeigen, dass dies nur mit gesunden Sorten und einer ausgefeilten Pflanzenschutzstrategie gelingen kann.

Flecken mit Schrecken

Nach wie vor ist Cercospora (Cercospora beticola) die wichtigste Blattkrankheit. Das bleibt auch im Klimawandel so – wie unsere Studien belegen. Mehltau und Ramularia spielen in fast allen Beständen eine geringere Rolle. Vor allem wirken sich diese Pilzkrankheiten viel weniger auf den Ertrag aus.

Typische Symptome von Cercospora sind hellbraune bis hellgraue Flecken mit einem Durchmesser von 2 bis 5 mm. Nach außen sind sie durch einen rötlich-braunen Rand vom gesunden Gewebe abgegrenzt. Ein stärkerer Befall kann den Blattapparat vollständig zerstören. Danach wächst die Rübe neu aus und verbraucht bereits vorhandenen Zucker – vergleichbar mit einem Hagelschaden. Bleibt eine Bekämpfung aus, kann der bereinigte Zuckerertrag um bis zu 40% fallen. Solche Einbußen können besonders bei frühem und starkem Befall entstehen, z.B. in „warmen“ Beständen bei hoher Luftfeuchtigkeit. Solche Flächen sind oft in der Nähe großer Flüsse, wie dem Rhein oder der Donau zu finden.

Der Cercospora-Pilz überdauert in Form von Sporen auf Blattresten im Boden. Erste Symptome können im Sommer etwa vier bis sechs Wochen nach Bestandesschluss auftreten. Dass sich der Pilz im Bestand meist unbemerkt von unten nach oben ausbreitet, zeigt eine Studie am Institut für Zuckerrübenforschung. Ideal für seine Ausbreitung sind Temperarturen von 25 bis 30°C und eine relative Luftfeuchtigkeit von über 90%. Zusätzlich begünstigen eine hohe Anbaudichte, eine enge Fruchtfolge, Niederschläge (inkl. Beregnung) und anfällige Sorten einen Befall. Ist die Sporenbildung erst einmal in vollem Gang, wird es schwierig, die Infektion zu stoppen.

Beachten Sie die Schadschwellen!

Um Cercospora und Co. die Stirn zu bieten, arbeiten Beratungsorganisationen, staatliche Institutionen und die Zuckerindustrie intensiv zusammen. Ein Projekt von...

Jetzt anmelden und sofort weiterlesen. Plus

Melden Sie sich an oder erstellen Sie ein kostenloses Konto und erhalten Sie Zugriff auf diesen und alle weiteren relevanten Beiträge sowie auf unsere exklusiven Newsletter. Testen Sie jetzt, ganz unverbindlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kontaktfungizid zugelassen

vor von Daniel Dabbelt, Friederike Mund, Anne Katrin Rohlmann, Matthias Bröker, Dabbelt, Anne-Katrin.Rohlmann, Dabbelt, Matthias Bröker, Dabbelt, Ressort Ackerbau, Ressort Ackerbau

Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen