Damit Krautfäule nicht zuschlägt... Plus

Bei nasswarmer Witterung lauert der aggressive Krautfäulepilz, bei Trockenheit steht Alternaria in den Startlöchern. Gefragt sind punktgenaue Behandlungen mit den richtigen Fungiziden.

Das Thema Krautfäule spielte in den vergangenen zwei Kartoffelanbaujahren wegen der Hitze und Trockenheit eine eher untergeordnete Rolle. Doch seien Sie auf der Hut: Je nach Niederschlagsverteilung und Feuchtigkeit während der Vegetation 2020, kann sich die Situation schnell ändern und eine deutlich intensivere Fungizidstrategie erfordern.

Passen Sie den Fungizideinsatz daher unbedingt an Boden, Sorte und Standort an. Bereits vor dem Anbau sollte sich jeder Erzeuger darüber Gedanken machen, welche Flächen, Regionen (Anbaudichte) und auch Ausrichtungen windoffen sind, um den Infektionsdruck mit Krautfäule per se gering zu halten. Liegen die Flächen hingegen in Tälern, in denen sich Nebel lange hält, ist in diesen Beständen von vornherein die Infektionsgefahr deutlich höher.

Wichtig ist zudem, gesunde Sorten zu wählen. Die Züchter achten mittlerweile verstärkt – neben vielen weiteren Zielen – auf eine verbesserte Widerstandskraft neuer Sorten gegenüber Krankheiten. Leider ist der Krautfäuleerreger Phytophthora infestans als sehr aggressiver Pilz bekannt, der Resistenzen auch in kurzen Zeiträumen überwinden kann.

So treffen Sie den Spritzstart

Dass Kartoffelpflanzen bereits bei einer Wuchshöhe von 5 bis 10 cm einen Pilzbefall aufweisen können, zeigte sich in der Vergangenheit. In solchen Fällen ist davon auszugehen, dass das Pflanzgut eine gewisse Belastung mit auf das Feld gebracht hat. Wegen der guten Kartoffelgesundheit 2019 ist das Risiko in dieser Saison allerdings als eher gering einzustufen. Dazu kommt, dass die durchnässten Böden Ende Februar zwar noch einen hohen Infektionsdruck vermuten ließen, dieser sich aber durch das sonnige und trockene Wetter der letzten Wochen deutlich reduziert hat.

Entscheidend für den Spritzstart ist neben dem Pflanzgut und der Bodenfeuchtigkeit auch die Blattnässe. Regnet es während des Auflaufens der Kartoffeln, ist im Anschluss mit den Krautfäulespritzungen zu beginnen. Bleiben Starkregenfälle aus, sind Prognosemodelle wie z.B. Simblight für die Ermittlung des optimalen Spritzstarts hilfreich. Das Modell nutzt unter Einbeziehung regionaler Wetterdaten für die Berechnung folgende Parameter:

  • Name der angebauten Sorte,
  • Datum, nach dem mindestens 80% der Kartoffelpflanzen aufgelaufen sind,
  • Anteil der Kartoffelfelder in der Region und
  • die Befahrbarkeit des Schlages.

Daraus errechnet das Prognosemodell einen Phytophthora-Index, der das Risiko des Erstauftretens von Krautfäule beschreibt. Unter www.isip.de ist es kostenfrei abrufbar.

Stimmen Sie diese Ergebnisse am besten mit der Beratung ab, da das Modell individuelle Gegebenheiten nicht immer ausreichend abdeckt. Um sich zusätzlich abzusichern, kann man inzwischen Wetterstationen verschiedener Hersteller nutzen, die lokale Angaben zu Niederschlägen, Boden- und Luftfeuchtigkeiten liefern. Das...

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