Interview

„Der chemische Pflanzenschutz bleibt unverzichtbar“

Wichtige Wirkstoffgruppen wie die Triazole stehen wegen der neuen EU-Kriterien zur hormonellen Wirkung auf der Kippe. Trotzdem sind Sie zuversichtlich, dass der chemische Pflanzenschutz Zukunft hat. Warum?

von Tiedemann: Ganz einfach – der chemische Pflanzenschutz ist nötig, um die Versorgung mit pflanzlichen Produkten aufrecht zu erhalten. Diesen unmittelbaren Zusammenhang kann niemand in Zweifel ziehen und ich sehe keine Anzeichen, dass sich das in absehbarer Zukunft ändern wird. Wer den chemischen Pflanzenschutz, der wesentlich zur Erntesicherung beiträgt, infrage stellt, gefährdet das Grundbedürfnis der Ernährungssicherung.

Der derzeitige Wirkstoffschwund ist im Wesentlichen eine Folge verschärfter Regulierung, die auf zunehmenden gesellschaftlichen Druck reagiert, der nicht wissenschaftlich begründet ist. Hier muss die Gesellschaft Ziele abwägen. Das ist aber nur dann realistisch möglich, wenn die tragende Rolle eines effektiven Schutzes unserer Kulturpflanzen allen Beteiligten bewusst ist.

Gegen welche Erreger sind chemische Wirkstoffe alternativlos?

von Tiedemann: Die Schwerpunkte liegen dort, wo wir bei Sortenresistenzen an Grenzen stoßen. Sortenresistenzen...