Der Preis für Mais: So kalkulieren Sie richtig im Maisanbau

Der Preis für Mais: So kalkulieren Sie richtig im Maisanbau

In den kommenden Wochen stehen vielerorts die Verhandlungen für Silomais-­Verkäufe an. Welche Preise sich bei den aktuellen Getreidenotierungen ergeben, sehen Sie hier.

In den kommenden Wochen stehen vielerorts die Verhandlungen für Silomais-­Verkäufe an. Welche Preise sich bei den aktuellen Getreidenotierungen ergeben, hat Prof. Thore Toews von der FH Bingen kalkuliert.

Der Preis für Silomais bleibt auch in diesem Herbst ein heiß diskutiertes Thema. Anders als etwa beim Weizen gibt es keinen flächendeckenden Markt, nach dem sich Anbieter und Käufer richten können, sondern allenfalls regionale Preisniveaus.

Entsprechend gilt es für Anbieter und Nachfrager genau zu kalkulieren, um den Spielraum in ihren Preisverhandlungen zu kennen. Den wichtigsten Orientierungspunkt liefert dabei der Weizenpreis. Er bildet insbesondere für mehrjährige Lieferverträge die Grundlage.

Denn langfristig wird ein Ackerbauer nur bereit sein, Silomais anzubauen, wenn er damit mindestens so viel Geld verdienen kann, wie mit der Kultur, die er durch den verstärkten Maisanbau verdrängt. Dies wird vielerorts Winterweizen, in manchen Regionen aber auch Roggen oder Sommergerste sein.

In der Regel wird die Frage lauten: Bei welchem Silomaispreis erziele ich am Standort denselben Gewinn wie mit Winterweizen-Anbau? Die Antwort liefert eine Vergleichsrechnung zwischen Weizen- und Maisanbau. Wie Übersicht 1 zeigt, ist hierfür der Gewinn des Weizenanbaus zu kalkulieren und als „Nutzungskosten“ zu den Gesamtkosten des Maisanbaus zu addieren. Dabei sind bei längerfristiger Planung sämtliche Kosten außer der Pacht und alle Leistungen außer der Flächenprämie zu berücksichtigen.

Weizenpreis als langfristiger Orientierungspunkt

Im Beispiel aus Übersicht 1 ergibt sich bei den unterstellten Annahmen ein Gewinn beim Weizenanbau von 22 €/ha. Ihm liegen ein Weizenertrag von 8 t und ein Weizenpreis von aktuell 125 €/t zugrunde. Wenn die Preise nach der Ernte nicht noch deutlich anziehen, wird es für Anbauer also leider kein gutes Weizenjahr.

Beim Silomais wurde ein Frischmasseertrag von 45 t/ha unterstellt. Die Gesamtkosten des Maisanbaus betragen 968 €/ha. Ernte- und Transportkosten sind für den Mais nicht berücksichtigt, da der Mais stehend ab Feld bzw. auf dem Halm verkauft werden soll.

Damit ergibt sich eine aktuelle Preisuntergrenze für den Silomais von 989 €/ha (968 €/ha + 22 €/ha). Das bedeutet: Ab einem Silomaispreis von 989 €/ha stehend ab Feld bzw. 22 €/t (989 € : 45 t) wäre der Maisanbau beim gegenwärtigen Weizenpreis rentabler als die Weizenproduktion. Der gesunkene Weizenpreis zieht also den daraus abgeleiteten Silomais-Preis kräftig mit nach unten.

Soll der Mais nicht frei Halm, sondern frei Silo verkauft werden, sind pro Tonne Frischmasse gut 7 € für Ernte und Transport draufzuschlagen. Für gelagerte Silage liegt der Preis noch einmal um gute 5 € höher, da neben den Lagerkosten Masseverluste...

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