Die Top-Gerstensorten für den Norden Premium

Weil die Wirkstoffe schwinden, gewinnen gesunde Sorten wieder an Bedeutung. Nutzen Sie die unabhängigen Ergebnisse der Landessortenversuche für Ihre Sortenwahl.

Vor allem in den Ackerbauregionen lag der Anbau von Wintergerste in den letzten Jahren nicht gerade im Trend. In Niedersachsen erreichte Gerste 2018 landesweit nur noch einen Anteil von 7,1% an der Ackerfläche. Der Durchschnittsertrag war mit lediglich 61 dt/ha enttäuschend. Auch auf Bundesebene war die Situation nicht besser: Mit 1,5 Mio. ha erreichte Wintergerste gerade einmal etwa 50% der Weizenfläche.

Gerste senkt das Anbaurisiko

Zurzeit zeichnet sich jedoch eine Trendwende ab. So ist die Anbaufläche zur Ernte 2019 wieder leicht gestiegen. Auch die ersten Ertragsdaten der Praxis sind deutlich besser als im vorherigen Dürrejahr. Offensichtlich hatte die Gerste beim Einsetzen der Hitzeperiode Ende Juni die Kornbildung bereits weitgehend abgeschlossen.

Vor allem in Zeiten zunehmender Extremwetterlagen ist es mit Wintergerste somit möglich, Anbaurisiken vorzubeugen und Erträge abzusichern. Darüber hinaus leistet Wintergerste einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. Denn anders als Weizen schafft sie sehr günstige Voraussetzungen, um Zwischenfrüchte anzubauen.

Begrenzender Faktor bleibt allerdings die Vermarktung, weil sich Wintergerste fast nur über den Futtertrog nutzen lässt. Eine interessante Nische kann jedoch der Anbau von Winterbraugerste sein. In diesem Jahr hat das Bundessortenamt die erste ertragreiche mehrzeilige Sorte für diesen Verwendungszweck zugelassen. Mehr dazu auf Seite 77.

Wie sich die geplanten Änderungen der Düngeverordnung – voraussichtlich ab dem kommenden Jahr – auswirken werden, ist zurzeit noch offen. Diskutiert wird darüber, ob Landwirte die im Herbst gedüngten Mengen im Frühjahr vom ermittelten Düngebedarf abziehen müssen. Wenn das künftig gelten sollte, wird eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung der Gerste besonders auf kalten und trägen Höhenlagen sowie auf Sandböden kaum noch möglich sein.

Erträge steigen langsam

Der Ertragsfortschritt geht bei Wintergerste in der Praxis nur langsam voran. Das liegt vor allem daran, dass Klimaveränderungen die Ertragsbildung in vielen Regionen behindern.

Betrachtet man ausschließlich den Zuchtfortschritt, ist aktuell ein deutlicher Sprung nach vorn erkennbar. So lagen die Ertragsunterschiede der älteren Sorten KWS Meridian (Zulassung 2011) und Tamina (2014) im Vergleich zu den neueren ertragsstarken Sorten SU Jule und KWS Orbit in den Landessortenversuchen 2018 in Niedersachsen bei 8 bis 9% (siehe Übersicht 1). Diese überdurchschnittlichen Ertragsleistungen der beiden neuen Liniensorten spiegeln sich auch in den ersten Ergebnissen dieser Ernte wider.

Hohe Erträge erzielte zudem die Sorte Quadriga. Trotz hoher Einstufung durch das Bundessortenamt (Höchstnote 9) fiel KWS Higgins im letzten Jahr mit relativ 97% ab. Langjährig erreicht sie mit relativ 102% jedoch leicht überdurchschnittliche Erträge. Auch in diesem Jahr scheint Higgins wieder bessere...

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