Ertragsstabile Sorten für den Süden Plus

Mit blattgesunden, robusten Typen gelingt es am besten, die zunehmenden Herausforderungen im Weizenanbau zu meistern. Mithilfe der LSV-Ergebnisse finden Sie die richtigen Sorten für Ihren Betrieb.

Die Frage nach der richtigen Sorte wird nicht nur wegen des Klimawandels immer anspruchsvoller. Auch politische Vorgaben, wie z.B. die Düngeverordnung (DüV), bewirken permanent Veränderungen. Eigenschaften wie eine optimale N-Ausnutzung sind heute bei der Sortenwahl ebenso gefragt wie gute Qualitäten und hohe Erträge.

Wenig Blattkrankheiten erschweren Bonitur

Im Gegensatz zur Praxis sind trockene Frühjahre wie 2020 aus versuchstechnischer Sicht schwierig. Denn bei einem geringen Krankheitsdruck differenzieren die Sorten in den LSV nur wenig, was eine verlässliche Bonitur erschwert.

Insgesamt entwickelten sich Blattkrankheiten in den Beständen in diesem Frühjahr wegen der geringen Niederschläge nur sehr langsam bzw. gar nicht. Selbst Erreger, die in der Vergangenheit immer wieder in erheblichem Maße auftraten, wie Septoria tritici, waren selten oder sehr spät in der Vegetation auf den Blättern zu finden. Ebenso verhielt es sich mit den Rosten. Aufgrund der eher kühlen Temperaturen konnte sich Braunrost im Süden selbst in anfälligeren Sorten wie Axioma, Foxx, Kerubino, Lemmy, Patras, Pep und Spontan nicht so weit entwickeln, dass er den Ertrag hätte beeinflussen können. Gelbrost, der noch vor einigen Jahren zu erheblichen Problemen im Weizenanbau führte, ist züchterisch mittlerweile so weit bearbeitet, dass anfällige Sorten im Anbau schlichtweg nicht mehr vorkommen.

Im Großen und Ganzen bietet das derzeitige Sortenspektrum bei Winterweizen sehr breite Toleranzen/Resistenzen gegenüber relevanten Krankheiten. Diese Eigenschaft wird in Zukunft immer wichtiger. Denn nur robuste Sorten werden es schaffen, die unterschiedlichsten Anforderungen in den jeweiligen Anbaujahren zu meistern.

Bei neueren Sorten lässt sich der positive Trend zu blattgesunden Typen weiterhin beobachten. Dass das neue Zuchtmaterial für Jahre mit höherem Krankheitsdruck gut gerüstet ist, lesen Sie in der Info „Neue Sorten“ ab Seite 57.

Auch wenn Trockenheit das Bonitieren erschwert, bilden die regionalen, unabhängigen Landessortenversuche (LSV) und die daraus resultierenden Sortenempfehlungen nach wie vor die Grundlage für die betriebsindividuelle Sortenwahl. Grundsätzlich ist es allerdings nicht ratsam, von einem Jahr auf das andere einen 100%igen Sortenwechsel durchzuführen. Vielmehr gilt es, eine interessante Sorte aus dem LSV mit einer bewährten zu vergleichen. Nach einem erfolgreichen Probeanbau kann man sie dann in den Betrieb integrieren.

Fusarium – unterschätzen Sie Die Gefahr niemals!

Achten Sie bei der Sortenwahl unbedingt auf das Merkmal Fusariumanfälligkeit. Denn der Pilz bildet eine Vielzahl verschiedener Toxine. Vor allem in der menschlichen Ernährung und bei der Verfütterung ist u.a. Deoxynivalenol (DON) eine ernst zu nehmende Gefahr. Doch eins vorneweg: Eine 100%ige Reduktion von Fusariumtoxinen gibt es nicht. Wichtig ist aber, den Gehalt von DON im Ernteprodukt so gering wie möglich zu halten.

In diesem Jahr traten wieder Infektionen in den Beständen auf. Ob und wie stark Fusarium die Weizenähren befällt, hängt von vielen Faktoren ab. Haupteinflussfaktor ist sicherlich die Witterung. Bei...


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