Getreide: Damit’s sauber wird

Nachbehandeln oder erstmalig gegen Ungräser und Kräuter vorgehen? Wirkungsvolle Strategien für das Frühjahr stellt Günter Klingenhagen, LWK Nordrhein-Westfalen, vor.

Nur ein früher Herbizideinsatz packt das Ungras – das gilt vor allem nach milden Wintern. Denn mit zunehmender Größe steigt die Widerstandsfähigkeit von Trespe, Weidelgras, Ackerfuchsschwanz und Rispe gegenüber Herbiziden stark an.

Wer Atlantis zu Vegetationsbeginn einsetzt, kann Nachtfröste bis –3°C getrost in Kauf nehmen. Darüber hinaus verbessert sich die Wirkung, wenn man erst spritzt und danach düngt. Welche Herbizidstrategie zu empfehlen ist, hängt von der Situation auf Ihren Flächen ab.

Wer Atlantis zu Vegetationsbeginn einsetzt, kann Nachtfröste bis –3°C getrost in Kauf nehmen. Darüber hinaus verbessert sich die Wirkung, wenn man erst spritzt und danach düngt. Welche Herbizidstrategie zu empfehlen ist, hängt von der Situation auf Ihren Flächen ab.

Nachbehandlung gegen Unkräuter

Vegetationsbeginn, das Getreide ist in der Bestockung: Nach Herbstvorlage mit breit wirksamen Produkten wie Herold SC, Bacara Forte, Trinity usw. ist teils noch eine Nachbehandlung gegen Klette, Kamille, Kornblume, Ausfallraps, Storchschnabel oder Hundskerbel erforderlich. In gut entwickelten Beständen hat sich gegen diese Restunkräuter ein früher Einsatz z.B. von Saracen, Primus Perfect oder Pointer Plus bewährt (siehe Übersicht 1). Saracen solo reicht gegen Klette, Kamille, Raps, Mohn und Kornblume. Primus Perfect ist zu bevorzugen, wenn der Besatz mit Kornblume oder Kamille sehr hoch ist. Pointer Plus wirkt im Vergleich zu Saracen auch gegen Hundskerbel und Storchschnabel. Diese Unkräuter haben sich in den letzten Jahren stark verbreitet. Weil die Wirkreserven der Präparate gegen beide Arten gering sind, ist eine frühzeitige Bekämpfung absolut wichtig.

Mitte April bis Mitte Mai, Getreide ist in der Schossphase bis Fahnenblatt-stadium: Spätere Termine sind im Vorteil, wenn Hundskerbel sowie Storchschnabel keine Rolle spielen und der Bestandsschluss noch in weiter Ferne liegt. Mit Einsätzen zum 2-Knotenstadium des Getreides lassen sich gleichzeitig im Frühjahr auflaufende Sommerunkräuter bekämpfen. Neben Melde und Gänsefuß sind dies oft Floh-, Winden- und Vogelknöterich.

Für diese späten Anwendungen bieten sich Ariane C oder Biathlon 4D + Dash an. Sehr gut gegen Knöterich, Disteln oder Ampfer wirkt Ariane C. Treten zusätzlich Melde oder Gänsefuß auf, können Sie 0,5 l/ha U-46 M-Fluid zumischen.

Eine sehr breite Wirkung gegen Unkräuter bietet eine Mischung aus 1,0 l/ha Ariane C + 35 g/ha Dirigent SX. Oft reichen Randbehandlungen bereits aus. Praxiserprobt sind auch 0,5 l/ha Tomigan 200 + 35 g/ha Dirigent SX. Diese Kombination erreicht zwar gegen Kamille, Kornblume und Disteln nicht ganz das Niveau der Ariane C-Mischung, ist jedoch rund 25 €/ha günstiger.

Doch egal, welche Präparate Sie anwenden, entscheidend für eine nachhaltige Wirkung sind die Anwendungsbedingungen. Feucht und warm muss es sein. „Waschküchenwetter“ ist daher optimal. In Trockenphasen sind die Wirkungsgrade der Mittel erheblich schlechter. Falls es nicht möglich ist, bessere Bedingungen abzuwarten, sollte man die Spritzungen in die frühen Morgenstunden verlegen. Das gilt zumindest solange es taut und die Wachsschicht über Nacht etwas gelöst ist.

Wer Ariane C oder Biathlon 4D + Dash mit Wachstumsreglern mischen möchte, sollte die Menge des Wachstumsreglers um 25% reduzieren. Grundsätzlich ist aber davon abzuraten, komplexe Kombinationen in Phasen mit starken Temperaturschwankungen (bei Hochdruckwetterlagen) auszubringen.

Wer Ariane C oder Biathlon 4D + Dash mit Wachstumsreglern mischen möchte,...


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