Getreide: Wie viel Stickstoff noch nachdüngen? Premium

Die Pflanzen können in diesem Jahr einen Großteil ihres N-Bedarfs aus dem Boden decken. Wie Sie Ihre Düngegaben daran anpassen, darüber informiert Sie Hansgeorg Schönberger, N.U. Agrar GmbH.

Ein früher Vegetationsbeginn, kaum Auswaschungsverluste über die Wintermonate sowie eine gute Bodengare sorgen auf den meisten Standorten für wüchsige Bedingungen im Getreide. Bereits in der dritten Februarwoche bildeten die Pflanzen neue Wurzeln. Das kann als Indiz gelten, dass der Boden mit beginnender Vegetation bereits Stickstoff freisetzte. Erwärmen sich die Böden dauerhaft auf 10°C, ist ab Mitte April mit einem sprunghaften Anstieg der Mineralisation zu rechnen. Berücksichtigen Sie das verbreitet hohe N-Nachlieferungspotenzial der Böden unbedingt bei der zweiten Düngegabe.

Nmin-Werte variieren stark

Je nach Niederschlagsmenge im Dezember und Januar schwanken die Nmin-Werte im Boden in diesem Jahr extrem. Vor allem in der zweiten Schicht (30 bis 60 cm), die ab dem Schossen dem Wintergetreide zur Verfügung steht, wurden Werte zwischen 10 kg Nmin/ha und weit über 100 kg Nmin/ha gemessen.

Seien Sie jedoch skeptisch, wenn die Mengen z.B. um den Faktor 10 höher liegen, als Sie erwartet haben. Denn auch die Mitarbeiter in den Untersuchungslaboren sind nicht vor Übertragungsfehlern gefeit.

Lassen Sie bei auffälligen Abweichungen der Nmin-Werte auf jeden Fall eine zweite Kontrolluntersuchung vornehmen. Berücksichtigen Sie, dass die Labore einiger Bundesländer die Ergebnisse der Nmin-Untersuchung an die zuständigen Behörden weiterleiten. Drängen Sie darauf, dass offensichtlich falsche Werte eliminiert werden.

Insgesamt sind die Nmin-Vorräte auf unseren Testflächen in diesem Jahr um 40 bis 80 kg N/ha höher als im Vorjahr. Nur auf Standorten, auf denen im Dezember deutlich mehr Niederschläge fielen, als die Böden im Wurzelraum halten konnten, erfolgte eine Nitrat-Auswaschung aus dem Wurzelraum. Eine nennenswerte Auswaschung ist anzunehmen, wenn auf

  • sandigen Böden mehr als 150 mm und
  • lehmigen Böden mehr als 250 mm Niederschläge seit Herbst gefallen sind.

Fielen nur 100 bis 150 mm Regen auf lehmige Böden, liegt ein Großteil des Stickstoffs in der zweiten Bodenschicht (30 bis 60 cm) vor. Das Getreide kann diesen ab dem Schossen voll nutzen. Nach 200 mm Regen wurden in Lehmböden teilweise extrem hohe Nmin-Vorräte von über 100 kg N/ha in der dritten Schicht (60 bis 90 cm) gemessen. Diese N-Mengen kann das Getreide ebenfalls nach der Durchfeuchtung des Bodens nutzen.

Nach Getreide- oder Körnermaisvorfrucht empfiehlt es sich, den Boden aufzugraben. Ist das Stroh wegen geringer Niederschläge noch kaum verrottet, sind die Nmin-Werte meist deutlich höher, da die Strohrotte noch keinen Stickstoff fixiert hat. In ...

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Artikel geschrieben von

Anne Katrin Rohlmann

Redakteurin Ackerbau/Grünland

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