Kartoffel-Zystennematoden – klein, aber gefährlich

Gelbe und Weiße Zystennematoden

Beunruhigend ist die Lage insbesondere bei den Kartoffel-Zystennematoden. Es gibt zwei Arten:

  • Der Gelbe Kartoffelnematode Globodera rostochiensis und
  • der Weiße Kartoffelnematode Globodera pallida.

Beide Nematoden können in Zysten im Boden mehr als zehn Jahre überdauern. Sobald Kartoffeln auf der Fläche stehen, verlassen die Nematoden die Zyste und parasitieren an den Kartoffelwurzeln.

Problematisch sind die vielen Pathotypen, die beide Arten bilden können. Eng verwandte Pathotypen lassen sich zu Virulenzgruppen zusammenfassen, die ein ähnliches Schadpotenzial aufweisen.

Damit splitten sie sich wie folgt auf:

  • Gelber Kartoffelnematode: Ro1, Ro2, Ro3, Ro4, Ro5; Virulenzgruppen Ro1/4, Ro2/3.
  • Weißer Kartoffelnematode: Pa1, Pa2, Pa3; Virulenzgruppen Pa2/3. Neben dem neuen Pallida-Typ in Niedersachsen („Emslandpopulation“) treten auch in den Niederlanden neue hochvirulente Pallida-Typen auf.

Wegen ihres hohen Vermehrungs- und Schadpotenzials gelten Zystennematoden EU-weit als Quarantäneschädlinge. Um die Verbreitung einzudämmen, gilt die „Verordnung zur Bekämpfung des Kartoffelkrebses und von Kartoffelnematoden“. Diese enthält z.B. strenge Regelungen für Pflanzguterzeuger. Details finden Sie unter www.topagrar.com/nematoden2018.

Die Verordnung schreibt u.a. vor, dass die zuständigen Behörden der Bundesländer jährlich 0,5% der Gesamtanbau-fläche von Speise- und Stärkekartoffeln auf Befall untersuchen müssen. Zudem müssen sie die gesamte geplante Fläche zum Anbau von Pflanzkartoffeln prüfen sowie alle Flächen mit „Pflanzen zum Anpflanzen“. Letztere sind Pflanzenarten, die nochmals auf andere Flächen versetzt werden können und mit anhängender Erde eventuell die Nematoden verbreiten. Aus diesen Untersuchungen lässt sich die...

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