Kartoffeln: Auf die inneren Werte kommt es an

Schwarzfleckige Knollen sind enorm ärgerlich. Unsere Autorin stellt neue Versuche dazu vor und erklärt, wie Sie innere Knollenschäden am besten vermeiden können.

In den Jahren 2020 und 2021 trat in Nordrhein-Westfalen in zahlreichen Partien Schwarzfleckigkeit auf. Von der landwirtschaftlichen Praxis wurde u.a. das Sikkativ Quickdown dafür verantwortlich gemacht, da im Vergleich dazu in krautgeschlagenen Partien keine Symptome vorkamen.

Test auf Schwarzfleckigkeit

Um zu ermitteln, ob es einen Zusammenhang gibt, wurde die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen gebeten, Versuche durchzuführen. Kurzerhand wurde aus den in 2021 angelegten Sikkationsversuchen das Erntegut bestimmter Varianten eingelagert und auf Anfälligkeit für Schwarzfleckigkeit untersucht.

Die Prüfung erfolgte Anfang Januar 2022 nach den Richtlinien des Bundessortenamtes (BSA). Dazu wurden die Knollen direkt aus dem Kühlhaus geholt und faustgroße Knollen mit einem Volumen von 8 l abgemessen (4-fach wiederholt). Um Schwarzfleckigkeit hervorzurufen (siehe auch Zusatzinfo „Innere Knollenschäden“ auf Seite 71), rotierten sie dann ohne Erwärmung und ohne Wasserzusatz in einer mit einem Wascheinsatz ausgestatteten Schälmaschine (Typ KS 12) für 50 Sekunden. Danach wurden sie 5 Tage lang bei 18 bis 20°C und Dunkelheit aufgestellt.

Anschließend erfolgte die Bonitur durch das Ackerbauteam Köln-Auweiler mit Unterstützung der rheinischen Kartoffelberater und der Europlant. Dazu wurden die Knollen jeweils an der größten Schnittfläche geschnitten und die Verfärbungen im Knolleninneren nach dem BSA-Schema bonitiert. Die Symptome bildeten sich nach etwa 60 Minuten vollständig aus – zunächst war keine Verfärbung zu sehen, dann wechselten die Knollen von weiß, über grau bis hin zu schwarz.

Bei der Befallsausprägung im Knolleninneren waren deutliche Sortenunterschiede zu beobachten. In der Sorte Challenger differenzierten die Symptome sehr gut, sodass sich hier – neben der Anzahl an verfärbten Knollen (Befallshäufigkeit) – auch der prozentuale Anteil der Verfärbung im Knolleninneren (Befallsstärke) erfassen ließ. Anschließend wurde daraus der Schwarzfleckigkeitsindex nach der BSA-Formel berechnet. Bei den Sorten Fontane, Markies und Verdi ermittelte man dagegen nur die Anzahl schwarzfleckiger Knollen.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Von den sechs durchgeführten Schwarzfleckigkeitsversuchen stellen wir nachfolgend nur die Ergebnisse der zwei wichtigsten vor.

  • Im Sikkations-Ringversuch mit der Sorte Fontane erfolgte die Krautregulierung in 2021 bereits im BBCH-Stadium 79 (früher Pflanzkartoffeltermin). Auf Schwarzfleckigkeit untersucht wurden – neben der Kontrolle – zwei chemische Varianten mit jeweils drei Behandlungen im Vergleich zum Krautschlagen mit zwei chemischen Nachlagen (Übersicht 1).11

Die Ergebnisse: Durch die recht frühen Krautregulierungsmaßnahmen reduzierte sich der Stärkegehalt bzw. das Unterwassergewicht (UWG) der Kartoffeln im Vergleich zur Kontrolle deutlich – besonders stark nach dem Krautschlagen. In Übersicht 2 ist die Beziehung zwischen dem Stärkegehalt und der Anzahl an Knollen mit Schwarzfleckigkeit (Befallshäufigkeit) innerhalb der einzelnen Wiederholungen dargestellt. Dabei zeigt sich ein eindeutiger Trend: Je höher der Stärkegehalt, desto höher war der Anteil an schwarzfleckigen Knollen.

In der natürlich abgestorbenen Kontrolle ließen sich die meisten Knollen mit Symptomen finden, in der Variante Krautschlagen die wenigsten. Die chemischen Varianten lagen dazwischen, unabhängig davon, ob mit Quickdown oder Shark gestartet wurde.

  • Aus dem Krautregulierungsversuch mit der Sorte Challenger wurde Folgendes geprüft: Neben der Kontrolle wurde eine chemische 2er- und eine chemische 3er-Behandlung sowie das...

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